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Was man unter einem Zeitlohn versteht

Dies ist Teil von 7 der Serie Entgeltformen

Zeitlohn

In diesem Artikel sowie in den folgenden Teilen dieser Serie möchten wir uns einmal ausführlicher mit den Entgeltformen beschäftigen, die grundsätzlich zur Verfügung stehen. Heute soll sich alles um den Zeitlohn drehen, der je nach Unternehmen sehr unterschiedlich ausgestaltet werden kann.

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Was ist ein Zeitlohn?

Beim Zeitlohn wird der Arbeitnehmer nach der Anzahl der Stunden bezahlt, die er im Betrieb anwesend ist. Beim reinen Zeitlohn fließt die Qualität seiner Leistung nicht direkt in die Höhe der Vergütung ein. Der Zeitlohn kann als Stundenlohn oder als Monatsgehalt auftreten. Die Stundenvergütung ist vor allem in Produktionsbereichen üblich, während Monatsgehälter tendenziell öfter im Verwaltungsbereich gezahlt werden. Insgesamt wird die Stundenvergütung aber immer mehr verdrängt.

Zeitlohn = Leistungsorientierte Vergütung?

Der Zeitlohn wird gewöhnlich nicht als leistungsorientierte Vergütung angesehen, da die Leistung nicht unmittelbar in die Ermittlung der Lohnhöhe einbezogen wird. Langfristig betrachtet handelt es sich aber doch zumindest um eine mittelbar leistungsorientierte Vergütung. Der Arbeitgeber stuft den Arbeitnehmer in eine Entgeltgruppe ein, die bestimmte Anforderungen an ihn stellt. Wenn er diese Anforderungen nicht einhält und somit nicht die erwartete Leistung erbringt, wird er langfristig entweder über den Weg der Änderungskündigung eine schlechtere Vergütung erhalten oder sogar komplett gekündigt werden. Inzwischen haben sich mehrere Möglichkeiten etabliert, wie aus einem Zeitlohn eine zumindest teilweise auch unmittelbar leistungsorientierte Vergütung werden kann.

In vielen Unternehmen wird beispielsweise ein Zeitlohn mit einer Leistungszulage bezahlt. Der Arbeitgeber legt in diesem Fall eine Normalleistung fest. Einmal pro Jahr werden die Leistungen des Arbeitnehmers bewertet. Liegt seine Leistung über der Normalleistung, darf er sich über eine Leistungszulage freuen. Gewöhnlich wird hierfür ein Punktebewertungsschema eingesetzt, um die Leistung messbar zu machen.

Der Zeitlohn kann auch mit der Zahlung von Provisionen verknüpft werden. Dies ist bei vielen Vertriebsmitarbeitern der Fall. Sie erhalten einen festen Zeitlohn (Fixum), der meist etwas niedriger angesetzt wird. In Abhängigkeit von ihren getätigten Umsätzen erhalten sie zusätzlich eine Provision, die den leistungsorientierten Anteil der Vergütung ausmacht.

Ein Zeitlohn kann auch mit Prämien verknüpft werden. Der Arbeitnehmer kann sich dann durch herausragende Leistungen in bestimmten Bereichen eine Prämie verdienen, die zusätzlich zu seinem festen Zeitlohn gezahlt werden. Solche Prämien können beispielsweise für das Erreichen einer bestimmten Menge, für die unfallfreie Arbeit, für Termintreue und viele ähnliche Aspekte gezahlt werden.

Vorteile der Zeitlohn-Entgeltformen

Der Zeitlohn hat sowohl für den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer Vorteile. Für den Arbeitgeber könnte man zunächst positiv sehen, dass diese Entgeltformen nur einen geringen verwaltungstechnischen Aufwand für die Abrechnung nach sich ziehen. Die Arbeitnehmer hingegen müssen nicht unter zu starkem Zeitdruck leiden, wie dies beispielsweise beim Akkordlohn der Fall wäre. Dadurch kann auch auf Qualitätsaspekte geachtet werden, was wiederum dem Arbeitgeber zu Gute kommt. Der Arbeitnehmer profitiert zudem von einem sicheren Einkommen.

Nachteile des Zeitlohns

Der Zeitlohn wird – obwohl er auf den ersten Blick bequem scheint – oft von den Arbeitnehmern als ungerecht empfunden. Zugrunde liegen diesem Empfinden Situationen wie diese: „Der Maier verdient genauso viel wie ich, obwohl er eigentlich den halben Tag nur tratscht und mir seine Arbeit aufbrummt.“ Aus Sicht des Arbeitgebers ist es eher unvorteilhaft, dass der Zeitlohn keinen direkten Leistungsanreiz bietet – auch Leistungsprämien können dies nur bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, da ein bestimmtes Mindesteinkommen davon immer unberührt bleibt.

Eine gute Erklärung zum Zeitlohn finden Sie in Marius Ebert’s Blog.

2017-05-22T12:16:55+00:00 7. Januar 2012|Personalmanagement|0 Kommentare

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