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Burnout – Wenn Stress krank macht

Unser Arbeitsalltag wird immer hektischer. Ständige Erreichbarkeit, lange Arbeitszeiten und viele Dienstreisen, aber auch eine zum Teil eintönige Arbeit mit hohem Zeit- und Erfolgsdruck machen es schwierig, Körper und Seele gesund zu halten. Beide können unter dem Stress des Berufsalltags so leiden, dass Mitarbeiter erkranken – Burnout ist eine mögliche Folge.

Kaum eine Erkrankung ist mit so vielen Fragezeichen versehen wie das Burnout-Syndrom. Klar ist bisher nur, dass es offiziell nicht als Erkrankung anerkannt wird, obwohl es krank macht. Ursächlich zumeist im Zusammenhang mit der Arbeitswelt stehend, entwickelt sich das Burnout-Syndrom zusehends zum Ausfallgrund Nummer 1 in den deutschen Unternehmen.

Besondere Gefährdung

Gesunde, leistungsfähige Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Krankheit bedeutet nicht nur Arbeitsausfall sondern immer auch hohe Kosten und Folgekosten für den Arbeitgeber. Versteckt und nicht zählbar sind andere finanzielle Auswirkungen welche beispielsweise durch eine höhere Fehlerquote und geringere Produktivität gestresster Arbeitnehmer entstehen. Stress hat auch wenn er nicht zum Burnout führt negative Folgen für die Gesundheit, welche sich wiederum direkt in den Kosten niederschlagen. Gestresste Mitarbeiter sind anfälliger für Infektionen und andere häufig chronisch werdende Erkrankungen wie Schlafstörungen, Migräne oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gefährdet sind also Mitarbeiter in besonders stressigen Positionen mit hohem Erfolgsdruck, häufigen Dienstreisen und wenig echter Freizeit.

Stress macht krank

Stress – egal ob seelisch oder körperlich – versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Ganz alten evolutionstechnischen Reaktionsmustern folgend versucht der Körper alle Voraussetzungen zu treffen, um sich auf die Situation einzustellen. Das Gehirn schüttet bestimmte Botenstoffe aus während der Anteil anderer, für die seelische Ruhe verantwortlicher Botenstoffe abnimmt. Die Nebennieren schütten Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol ins Blut aus. Sie bereiten den Körper auf Flucht oder Angriff vor. Die Herzfrequenz, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel steigen, die Verdauung wird reduziert und der Blutgerinnungsfaktor nimmt zu. Normalerweise erreicht der Körper nach der gefährlichen Situation wieder den Normalzustand, besteht jedoch der Stress im Alltag über längere Zeit, so wird der Alarmzustand zum Dauerzustand.

Die Folgen des Daueralarmzustandes

Besteht für den Körper längere Zeit keine Möglichkeit in den Normalzustand zurückzukehren, weil die Zeit für Erholung und Abschalten fehlt, so wird der Alarmzustand zum Problem für den Körper. Aus den Reaktionsmechanismen des Körpers wie Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks und Abnahme der Verdauungsprozesse werden gesundheitsschädliche Konsequenzen. In direkter Folge sinkt die Aktivität des Immunsystems während das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer psychischen Störung zu erkranken deutlich zunimmt. Körperlich machen sich häufig Symptome bemerkbar, deren Zusammenhang für den Betroffenen mit dem Stress oft nicht erkennbar ist: Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Magenprobleme und Rückenschmerzen. Mit Stress in Verbindung gebracht werden demgegenüber Symptome wie Gereiztheit, Schlafstörungen und Nervosität.

Wie sich aus diesen ersten Veränderungen im Körper ein Burnout entwickeln kann, erfahren Sie in Teil 3 dieser Reihe.

2013-11-05T01:27:36+00:00 22. Oktober 2012|Personalmanagement|0 Kommentare

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