Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) veröffentlichte vor wenigen Tagen die Zahlen aus einer Erhebung, die der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) jedes Jahr durchführt. Es geht dabei um die Entwicklung der Krankenstände in Deutschland insgesamt, aber auch bezogen auf einzelne Branche, Berufsgruppen und das Alter der Arbeitnehmer. Betrachtet wurde in der Erhebung dieses Mal das Jahr 2011. Ein deutlicher Trend ist erkennbar: Seit die Krankenstände im Jahr 2006 historisch niedrig waren, steigen sie seitdem Jahr für Jahr signifikant an – auch für 2012 erwartet man eine ähnliche Entwicklung.

Personalabrechnung

Unterschiede bei Branchen und Berufen

Zwischen den verschiedenen Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Automobilbranche liegt mit knapp 16 Kranktagen pro Jahr in einem überdurchschnittlich hohen Bereich. Dagegen hat die Medien- und Verlagsbranche mit durchschnittlich neun Kranktagen pro Jahr einen niedrigen Krankenstand vorzuweisen.

Noch extremer sind die Unterschiede jedoch bei den Berufen. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass die höchsten Krankenstände in Berufen zu verbuchen sind, die auch bei schlechter Witterung im Freien arbeiten müssen und dabei einer schweren, körperlichen Arbeit nachgehen. Dies trifft beispielsweise auf Gleisbauer und Müllmänner zu; sie fallen im Jahr rund vier Wochen aus. In Bürojobs hingegen sind die Krankenstände im Durchschnitt wesentlich kürzer. Hochqualifizierte Büroarbeitnehmer bleiben pro Jahr oft sogar unter einer Woche.

Je älter, desto kränker?

Das Vorurteil gegenüber älteren Mitarbeitern hat sich dahingehend bestätigt, als diese durchschnittlich tatsächlich mehr Krankheitstage aufweisen. Während 34- bis 40-jährige Arbeitnehmer durchschnittlich 10,6 Tage im Jahr fehlen, sind es bei den Kollegen zwischen 50 und 54 Jahren knapp 23 Tage und somit mehr als doppelt so viel.

Der Teufel steckt im Detail

Die Erhebung ergab außerdem, dass rund zwei Drittel der Krankschreibungen schon nach wenigen Tagen enden. Spätestens nach einer Woche sind die Arbeitnehmer wieder an der Arbeit. Wesentlich schwerwiegender sind allerdings die Langzeiterkrankungen, denn sie sind die Ursache für einen Großteil der Krankheitstage. Somit sind es auch mehr die Langzeiterkrankungen, die Unternehmer und Krankenkassen teuer zu stehen kommen.

Die Experten fanden außerdem heraus, dass der Negativtrend hin zur psychischen Störung weiter anhält. Während vor zehn Jahren nur rund 7 Prozent der angefallenen Krankentage auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen waren, waren es 2011 bereits 13 Prozent.

Quelle: http://www.personalwirtschaft.de