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Personalkostencontrolling bleibt aktuell

Dies ist eine Pressemeldung der s+p Software und Consulting AG.

Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2009 eine leichte Aufwärtsbewegung der Wirtschaftsleistung zu erkennen war, prognostiziert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2010 ein Wachstum von 1,6 Prozent. Dennoch belaste laut Bundesagentur für Arbeit (BA) der schwächelnde Export die Konjunktur, so dass vor allem in den Schlüsselindustrien wie Auto- und Maschinenbau die Kurzarbeit nicht länger durch-zuhalten sei. Die Zahl der Arbeitslosen könne laut BA daher von rund 3,5 Millionen im nächsten Jahr auf bis zu 4,2 Millionen ansteigen.
Die Unsicherheiten im Umgang mit der gegenwärtigen Wirtschaftslage spiegeln sich auch im aktuellen “s+p Trendindex Personalarbeit” der s+p Software und Consulting AG, Anbieter von professionellen Softwarelösungen für das Personalmanagement mittelständischer Unternehmen und Verwaltungen, wider. Der von s+p vierteljährlich ermittelte Index ergibt sich aus den Umfrageantworten von Personalentscheidern auf die Frage, welche Themen in ihrer Arbeit an Bedeutung gewinnen oder verlieren. So erwarten in der Umfrage unter mehr als 350 Personalverantwortlichen mehr als die Hälfte der Teilnehmenden (57 Prozent) zwar eine Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage für 2010, und immerhin 61 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen. Dennoch ist das Thema Personalkostenplanung und –controlling nach wie vor die Nummer 1 in den HR-Abteilungen. So gaben 61,2 Prozent der Befragten an, dass die Bedeutung dieses Themas weiter steigt; für 35,6 Prozent bleibt es so wichtig wie im Vorquartal.

Personalbeschaffung noch kein Thema im deutschen Mittelstand
Während im „s+p Trendindex Personalarbeit“ also die Kostenkontrolle nach wie vor die höchsten Werte erzielt, wird dem Thema Personalbeschaffung weiterhin die geringste Bedeutung im Index zugewiesen: So verliert für ein Drittel der Personalentscheider (31,4 Prozent) das Thema weiter an Bedeutung, während nur rund ein Fünftel (19,3 Prozent) der Befragten eine steigende Bedeutung sehen und wieder mehr Mitarbeiter einstellen wollen. Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich jedoch darin, dass die Bedeutung der Personalbeschaffung im dritten Quartal in Folge zugenommen hat, allerdings noch nicht wieder auf dem Stand von Anfang 2009 angekommen ist. Erfreulich ist auch zu bewerten, dass dem Thema Umstrukturierung und Personalfreisetzung insgesamt weniger Bedeutung zugemessen wird. Der Wert sinkt in diesem Quartal im Vergleich zum Vorquartal (38 Prozent) deutlich, bleibt allerdings mit rund 24 Prozent auf dem Niveau des ersten und zweiten Quartals 2009. Die Zahlen zeigen, dass sich die negative Stimmung zum Ende des Jahres leicht aufgehellt hat, allerdings noch keine generelle Trendwende zu mehr Beschäftigung erkennbar ist.

Wie groß die Unsicherheit in den mittelständischen Personalabteilungen angesichts der schwer vorhersehbaren wirtschaftlichen Lage in 2010 ist, zeigen auch die beiden folgenden Abfragen: So stieg die Relevanz des Themas Mitarbeiterbindung zwar das dritte Quartal in Folge erneut leicht an und erreicht nun einen Indexwert von 20,5 Prozent, nachdem dieser Anfang 2009 rasant von 27,3 auf 13,8 Prozent abgefallen war. Gleichzeit sinkt die Bedeutung der Personalentwicklung/Weiterbildung aber auf den niedrigsten Wert seit Anfang 2009 (Q1 2009: 39,1 Prozent – Q4: 24,7 Prozent).

Kostendruck stärkt Leistungsprinzip
Vor dem verschärften Kostenhintergrund wird sich das Leistungsprinzip in den Unternehmen und Verwaltungen weiter durchsetzen: Vor allem die Bereiche Zielvereinbarungssysteme und Variable Vergütungssysteme gewinnen an Relevanz.
So war die Bedeutung des Themas Zielvereinbarungen in den vergangenen drei Quartalen von 39 Prozent auf 19 Prozent abgerutscht. Der neue Trendindex zeigt nun, dass diese Talfahrt beendet ist: Der Wert klettert um 10 Prozent auf 29 Prozent. Dem Thema der variablen Vergütung schenken Personalabteilungen inzwischen wieder fast genauso viel Aufmerksamkeit wie zu Beginn des Jahres. Mit 31 Prozent stieg die Bedeutung um 8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal und liegt nur noch 1 Prozent unter dem Höchstwert des ersten Quartals. Zielvereinbarungen und variable Vergütung dienen wieder zunehmend als Steuerungs- und Motivationsinstrumente: Die Werte zeigen, dass diese Möglichkeiten zur Erhöhung des leistungsabhängigen Anteils des Gehalts erneut im Fokus stehen.

Starke Verunsicherung im Mittelstand
„Die aktuelle Umfrage belegt zum einen, dass am Ende des Krisenjahres 2009 end-lich wieder Dynamik in die Personalarbeit gelangt. Gerade bei den deutschen Mittels-tändlern setzt sich der leichte Optimismus aus der 3. Umfrage weiter fort“, erläutert Matthias Schneider, Vorstandsvorsitzender der s+p Software und Consulting AG. „Leider führen die guten allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten mit positiven Um-satzerwartungen noch nicht zu einer Kehrtwende am Arbeitsmarkt. Im Gegenteil: Es zeigt sich, dass z.B. auslaufende Beschäftigungsmaßnahmen wie Kurzarbeit aktuell zu starker Unsicherheit im Mittelstand führen. Die Unternehmen werden daher wenig in neues Personal investieren“, warnt Schneider. „Vor dem Hintergrund des trotz Krise anhaltenden Fachkräftemangels nehmen sie aber mit dem vorhandenen Per-sonalbestand den erhofften Aufschwung in Angriff.“ Ein Großteil der deutschen Fir-men habe erkannt, dass durch weitere Freisetzungsmaßnahmen die Gefahr bestehe, dass in einer sich verbessernden wirtschaftlichen Situation entlassene Fachkräfte nicht so schnell zurückgeholt werden könnten. Eine weitsichtige Personalkostenpla-nung lasse Unternehmen mögliche Einsparpotenziale unter Berücksichtigung zukünf-tiger Einflussgrößen durchspielen und analysieren, um gestärkt aus der Krise hervor-zugehen.

Zur Methodik der Umfrage
Der „s+p Trendindex Personalarbeit – Welche Themen bewegen Ihre Personalarbeit?“ der s+p Software und Consulting AG, Anbieter von professionellen Softwarelö-sungen für das Personalmanagement mittelständischer Unternehmen und Verwal-tungen, befragt quartalsweise Personalentscheider und wurde bereits zum vierten Mal durchgeführt.
Dabei beteiligten sich zwischen dem 16. November und 02. Dezember 2009 über 350 Personalentscheider in Unternehmen und Institutionen aus Deutschland. 9 Prozent waren kleine Unternehmen bis 19 Mitarbeiter, 45 Prozent waren Unternehmen mit bis zu 199 Mitarbeitern, 38 Prozent mit bis zu 999 Mitarbeitern und 8 Prozent mit über 1.000 Mitarbeitern. 48 Prozent der Befragten gaben an, die Personalleitung in ihrem Unternehmen inne zu haben, 34 Prozent waren Mitarbeiter von Personalabteilungen oder Personalreferenten, 11 Prozent Geschäftsführer und 7 Prozent kamen aus anderen Bereichen. Mit rund 28 Prozent war der Anteil der Teilnehmer aus der Industrie am stärksten vertreten, gefolgt vom öffentlichen Bereich (21 Prozent), dem Dienstleistungsbereich (16 Prozent), Handel (14 Prozent) sowie dem Baugewerbe (5 Prozent).
Der s+p Trendindex Personalarbeit wird vergleichbar dem ifo-Geschäftsklimaindex berechnet und berücksichtigt sowohl eine aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartung an die Zukunft. Die Teilnehmer werden zu insgesamt neun Themengebieten aus dem Personalbereich befragt. Dabei stehen immer drei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl: „Bedeutung sinkt“, „Bedeutung bleibt gleich“ und „Bedeutung steigt“.

Hier geht es zum kostenlosen Download der Studie.

2017-05-22T12:17:38+00:00 12. Januar 2010|Personalmanagement|2 Comments

2 Kommentare

  1. Hannes 12. Januar 2010 um 14:14 Uhr

    Leider sind die Kosten mal wieder das zentrale Thema. Im Personalwesen gibt es m. E. andere Schwerpunkte, als die Kosten zu drücken.

  2. Sebastian 26. April 2010 um 15:39 Uhr

    @Hannes leider wahr. Ich finde bei guten Mitarbeitern sollte die Kosten nicht im Vordergrund stehen.

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