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Interim Manager: Herausforderungen im dynamischen Arbeitsumfeld

Es ist eine Branche mit Zukunft: Interim Manager sind gefragter denn je. Das mittelfristige Marktwachstum von 15 bis 20 Prozent verspricht hohe Einstellungschancen. Welche Aspekte haben zu diesem Aufschwung beigetragen? Dieser Artikel setzt sich intensiv mit dieser Berufsgruppe auseinander.

Gute Perspektiven für die Zukunft
Prof. Dr. Kabst (International Business, Uni Paderborn) bringt die langfristige Entwicklung auf den Punkt:

„In etwa zehn Jahren wird man deutschen Unternehmern nicht mehr erklären müssen, was Interim Manager machen. Dann wird es selbstverständlich sein, sie einzusetzen.“

Es ist der mangelnde Bekanntheitsgrad, der zu einem positiven Branchenwachstum beitragen wird. Bis vor wenigen Jahren hatte das Interim Management mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Im europäischen Vergleich ist Deutschland ein Sonderfall, da in Ländern wie Großbritannien, Niederlande oder Schweden gerne auf temporäre Führungskräfte zurückgegriffen wird. Diese Lücke hat einen historischen Background: 1990, das Jahr der deutschen Wiedervereinigung. Es herrschte ein enormer Bedarf an westdeutschen Führungskräften, die mit der Abwicklung der ehemaligen DDR-Unternehmen beauftragt wurden – leider ohne Erfolg.

Heute hat das Interim Management aus seinen Fehlern gelernt. Die Branche arbeitet deutlich professioneller, was mit der Erfahrung der Kandidaten zu tun hat. Denn die Unternehmen suchen gezielt nach Bewerbern mit Expertise und Erfahrung. Das führt zu einer Überqualifikation der Interim Manager.

Verdienstmöglichkeiten als Interim Manager
Es ist das Gehalt, das den Unterschied macht. Üblich ist die 1%-Regel: Verdient ein festangestellter Manager in diesem Posten 130.000 Euro, so liegt der Tagessatz der temporären Aushilfe bei 1.300 Euro – mit Verhandlungsspielraum. Tagessätze zwischen 1.000 bis 2.500 Euro sind Branchendurchschnitt. Die Branche hat einen Gesamtumsatz von 1,2 Milliarden Euro und das bei etwa 14.000 geleasten Führungskräften.

Das Interim Management setzt eine hohe Belastbarkeit voraus. 60 Stunden pro Woche arbeiten und das von Montag bis Sonntag sind keine Seltenheit. Wer viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen möchte, wird an diesem Job keine Freude finden. Daher ist es wichtig, diesen Berufswunsch mit dem Partner zu besprechen – da er davon betroffen sein wird.

Als Interim Manager tragen Sie echte Verantwortung. Das Unternehmen sieht Sie als absolute Führungskraft an, was Sie vom Unternehmensberater unterscheidet: Er hat lediglich eine beratende Tätigkeit inne, während Sie die Leistungsfähigkeit einer Firma optimieren. Ein Unternehmensberater kann sich nicht für Jobs im Interim Management bewerben, da ihm die nötigen Qualifikationen wie Erfahrung und Expertise fehlen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen?
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Natürlich müssen Sie die geforderten Qualitäten mitbringen, die diese Tätigkeit erfordert. Interessant ist, wie sich reale Umfrageergebnisse von pauschalen Aussagen unterscheiden:
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So nimmt die soziale Kompetenz eine wichtige Rolle ein. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, dass ein Interim Manager mit seinen Ideen und deren Umsetzungsfähigkeit überzeugen muss. Im Vergleich dazu ist die Berufserfahrung nur jedem Zweiten wichtig – intuitiv hätte diese Zahl höher ausfallen müssen. Nur 35 Prozent erwarten die Mitarbeit in mehreren Großprojekten. Jedoch setzen circa 80 Prozent der Befragten den allgemeinen Willen voraus, eine zeitlich befristete Aufgabe zu übernehmen.

Interim Manager: Leasing für Firmen
Der klassische Aufgabenbereich im Interim Management besteht in der Unternehmenssanierung. Er gilt als Feuerwehrmann für Unternehmen in Not. Sobald eine Firma Bedarf im mittleren oder oberen Management als Projektmanager hat, least sie sich einen geeigneten Kandidaten. Meistens erfolgt das in Phasen des wirtschaften Aufschwungs:
Einen Manager selber zu rekrutieren würde zu viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen. Zudem könnte er oder sie sich als untauglich erweisen. Da ist es besser, einem erfahrenen
Experten zu vertrauen.

Üblich ist eine Einsatzdauer von circa 9 Monaten, anschließend muss sich der Manager auf Arbeitssuche begeben. Die Einsätze können quer in Deutschland verstreut sein oder sogar ins Ausland führen. Wer auf der Suche nach einem Job ist, sollte sich im Internet auf Seiten wie www.interim-x.com über mögliche Einsätze informieren. Ein professioneller Dienstleister übernimmt die Kundenakquise. Das spart Zeit und bietet Chancen, für die es sonst an Vitamin B fehlen würde.

Fazit: Ein Job im Interim Management verspricht eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Es ist eine Arbeit, die enorme Entscheidungsfreudigkeit voraussetzt – daher empfiehlt sich eine gute Versicherung gegen Haftungsrisiken. Der Branche wird eine rosige Zukunft prognostiziert, wovon gerade Neueinsteiger profitieren.

2017-05-22T12:16:38+00:00 9. Juni 2015|Personalmanagement|0 Kommentare

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