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Ausbildung, Studium und Arbeiten: Kombimodelle für Studenten

Eine praktische Berufsausbildung absolvieren, Geld verdienen und zeitgleich auch noch einen anerkannten Studienabschluss erreichen – davon träumen viele Studenten und auch für die Arbeitgeber sind diese modernen Studienmodelle mit hohem Praxisanteil äußerst interessant. Wir haben die gängigsten Organisationsmodelle genauer unter die Lupe genommen.

Ausbildungsintegrierendes duales Studium

Das ausbildungsintegrierende Studium bietet die einmalige Chance, gleichzeitig einen anerkannten Berufsabschluss und einen Bachelorabschluss zu erreichen. Die Teilnehmer an solchen Studiengängen absolvieren in einem Betrieb eine Berufsausbildung, besuchen die Vorlesungen an ihrer Hochschule und teilweise sogar noch die Berufsschule. Mit dieser Methode erreichen die Studierenden innerhalb kürzester Zeit zwei Abschlüsse. Hierfür müssen sie allerdings mitunter eine enorme Arbeitsbelastung in Kauf nehmen.

Ein Beispiel für einen ausbildungsintegrierenden Studiengang gibt es an der Hochschule München. Das Verbundstudium „Augenoptik/Optometrie“ führt einerseits zu einem HKW-Abschluss als Augenoptiker/-in, andererseits aber auch zum Bachelorabschluss Augenoptik/Optometrie. Spätestens nach fünf Semestern legen die Studenten die HKW-Prüfung ab, nach neun Semestern den Bachelorgrad. Weitere Beispiele für angebotene ausbildungsintegrierende Studiengänge:

Bachelor Ausbildungsberuf (m/w)
Bauingenieurwesen Dachdecker, Technischer Systemplaner, Tiefbauer, Holzbautechniker, Bauzeichner, Straßenbauer, Zimmerer, Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer
Betriebswirtschaft Kaufmann für Marketingkommunikation, Bankkaufmann, Fachmann für Systemgastronomie, Groß- und Außenhandelskaufmann, Automobilkaufmann, Industriekaufmann
Elektro- und Informationstechnik Fachinformatiker, Systeminformatiker, Elektroniker, Elektrotechniker
Energie- und Gebäudetechnik Anlagenmechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker in der Kältetechnik
Fahrzeugtechnik Mechatroniker
Informatik Fachinformatiker, Informatikkaufmann
Luft- und Raumfahrttechnik Technischer Produktdesigner, Industriemechaniker, Technischer Systemplaner
Maschinenbau Mechatroniker, Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker
Papier- und Verpackungstechnik Papiertechnologe
Regenerative Energien Elektroniker
Tourismus-Management Fachmann für Systemgastronomie, Hotelfachmann
Wirtschaftsingenieurwesen Industriemechaniker, Technischer Produktdesigner

Praxisintegrierendes duales Studium

Das praxisintegrierende Studium ist ein normales Vollzeitstudium, das in jedem Semester durch Praxisphasen im Ausbildungsbetrieb ergänzt wird. Ein Semester besteht dann beispielsweise aus 4,5 Monaten Studium und 1 bis 1,5 Monaten betrieblicher Praxis. Gewöhnlich hat man hierfür einen festen Arbeitgeber, bei dem man alle Praxisphasen verbringt. In selteneren Fällen sind aber auch mehrere kurze Praktika bei verschiedenen Arbeitgebern möglich. Diese Variante ist allerdings mit einem hohen Aufwand und meist mit einer geringeren Vergütung verbunden.

Berufsintegrierendes duales Studium

Das berufsintegrierende duale Studium setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus und ist häufig auch ohne Hochschulreife zugänglich. Der Arbeitnehmer arbeitet nur noch in Teilzeit und absolviert in den dadurch freigewordenen Stunden sein Teilzeitstudium.

Berufsbegleitendes duales Studium

Beim berufsbegleitenden dualen Studium arbeitet der Student parallel zum Studium dauerhaft in einem Arbeitsverhältnis, häufig sogar in Vollzeit. Diese Studienform, die meist hohe Anteile des Selbststudiums umfasst, bezieht den Arbeitgeber mit ein, sodass ein hoher Praxisbezug des Studiums ermöglicht wird. Zudem ist das Einverständnis des Arbeitgebers notwendig, um Freistellungen für Präsenzphasen oder Prüfungen erreichen zu können.

2017-05-22T12:16:11+00:00 13. Dezember 2016|Weiterbildung|0 Kommentare

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