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Buchhaltung, Umsatzsteuer und Co.: Teures „Vergnügen“ für Selbstständige und Freelancer

Miete für die Räumlichkeiten, Kosten für Personal, Energie, Versicherung – das sind offensichtliche Ausgaben, die ein Unternehmer stets im Blick hat. Unterschätzte Posten sind dagegen „Bürokratie und Verwaltungsaufwand“. Insbesondere Selbstständige und Freelancer sollten sie berücksichtigen. Denn einer Studie zufolge kann ihnen dieser Posten auf Dauer teuer zu stehen kommen. Kleinunternehmen und Selbstständige, die jährlich unter 60.000 Euro Gewinn machen, haben diesbezüglich mit der vereinfachten Buchhaltung wenigstens etwas mehr Glück.

Ein verlorener Arbeitsmonat pro Jahr – dank Bürokratie und Verwaltung

Mit Bürokratie muss sich jeder Unternehmer hierzulande herumschlagen: Anträge stellen, Genehmigungen beantragen, lange Wartezeiten in der Behörde. Auch der Verwaltungsaufwand rund um Buchhaltung, die Klärung steuerlicher Fragen, Reisekostenabrechnungen etc. kann auf Dauer sehr nervenaufreibend und zeitaufwendig sein. Durchschnittlich 24,6 Tage im Jahr verlieren Selbständige durch Bürokratie und Verwaltungsaufwand, so eine aktuelle Umfrage von Kontist, dem Anbieter einer Banking-App für Selbstständige. Rund 4,3 Stunden im Monat werden dafür aufgewendet, Rechnungen auszustellen. Belege zu sortieren dauert bei einem Selbstständigen im Durchschnitt 4 Stunden pro Monat in Anspruch. Und die Buchhaltung und Umsatzsteuer beanspruchen ca. 3 Stunden monatlich.

Zeit ist Geld – insbesondere wenn man selbstständig ist

Insgesamt kommt jeder Selbstständige auf einen Verdienstausfall von 11.735 Euro im Jahr – ausgehend von einem Stundensatz von 59,61 Euro. Und darin sind noch nicht einmal die direkten Kosten wie beispielsweise für Rechtsbeistand oder Steuerberater berücksichtigt. Um zumindest bei der Buchhaltung Zeit und somit Geld zu sparen, nutzen inzwischen 27 Prozent der Unternehmen aus Medien-, Marketing- und Werbebranche eine automatisierte Online-Buchhaltung. Selbstständige, die einen Jahresgewinn von weniger als 60.000 Euro erzielen, haben diesbezüglich wenigstens einen kleinen Vorteil. Für sie entfällt die Notwendigkeit einer komplexen Buchhaltung nach den Prinzipien der doppelten Buchführung.

EÜR – die vereinfachte Buchhaltung für Selbstständige

Um den zu versteuernden Gewinnbetrag zu ermitteln, dürfen sie auf die vereinfachte Variante zurückgreifen – die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Im Grunde handelt es sich dabei um eine simple Einnahmen-Ausgaben-Rechnung: Einnahmen minus Abgaben ergeben den Gewinn. Bei der Einnahmenüberschussrechnung geht es aber nicht nur darum, den Gewinn für das Finanzamt zu ermitteln. Mit diesem Verfahren erhalten Selbstständige, Freelancer und Kleinunternehmen auch eine bereichsübergreifende Auflistung ihrer einzelnen Ein- und Ausgaben für das jeweilige Geschäftsjahr. Dadurch können beispielsweise auch Schwachstellen des Unternehmens leichter beleuchtet und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, beispielsweise um Steuern zu senken.

2017-09-07T14:28:47+00:00 7. September 2017|Arbeitsrecht|0 Kommentare

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