Personal-Wissen.de » Personaler-News » Dual Career: So fördern Arbeitgeber Doppelkarrieren

Dual Career: So fördern Arbeitgeber Doppelkarrieren

Paare mit Kindern sehen es als schwierig oder sehr schwierig an, dass beide Partner ihre Karrierepläne umsetzen. Die Zahlen einer aktuellen Umfrage der Initiative Chefsache belegen, dass vor allem Frauen wegen der Kindererziehung zurückstecken.

Paare mit Kindern

In 28 Prozent aller Familien, die minderjährige Kinder haben, erzielen ausschließlich die Männer ein Einkommen, während die Mütter keiner Berufstätigkeit nachgehen. Der Anteil jener Familien, bei denen beide Elternteile arbeiten gehen, liegt bei 64 Prozent. In 70 Prozent der Fälle arbeiten die Väter in Vollzeit und die Mütter in Teilzeit. Dass beide Elternteile in Vollzeit arbeiten, trifft nur auf 25 Prozent der berufstätigen Paare zu.

Vorteile von Dual Careers

Dual Careers, bei denen Väter und Mütter ihre Karrierepläne umsetzen, bieten einige Vorteile:

  • Wachstumsfaktor für die Wirtschaft: Würde die Beschäftigungsrate der Frauen jener der Männer entsprechen, könnte die deutsche Wirtschaft wachsen und das BIP pro Kopf steigen.
  • Mittel gegen Fachkräftemangel: Ein höherer Anteil an berufstätigen Frauen kann auch dem Fachkräftemangel entgegensteuern.
  • Wettbewerbsvorteil für Unternehmen: Arbeitgeber, die Dual Careers fördern, können sich bei der Bewerbersuche von anderen Betrieben bewusst abheben. Sie erhöhen die Diversität im Unternehmen, die wiederum den Unternehmenserfolg positiv beeinflusst.
  • Rollenwandel in der Gesellschaft: Dual Careers sind eine wirksame Methode, um den Rollenwandel von Männern und Frauen voranzutreiben. Zudem erhalten Frauen durch die Berufstätigkeit eine finanzielle Absicherung in Form von Löhnen und Renten.

Wie Unternehmen Doppelkarrieren fördern können

Arbeitgeber spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Mitarbeiter bei Dual Careers zu unterstützen. Sie können mit einigen Maßnahmen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Väter und Mütter nebeneinander Karriere machen, ohne auf ein Familienleben zu verzichten.

Flexible Arbeitsmodelle

Die Möglichkeit, die Arbeit zeitlich und örtlich flexibel zu gestalten, erleichtert es Paaren, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Wie wichtig betroffenen Eltern flexible Arbeitsmodelle sind und wie zufriedenstellend Arbeitgeber diese Instrumente einsetzen, zeigen diese Zahlen:

  • Zeitliche Flexibilität: 76 Prozent der befragten Führungskräfte halten zeitliche Flexibilität für eine bedeutende Voraussetzung. Nur 40 Prozent gaben an, dass der Arbeitgeber diese Möglichkeit zufriedenstellend umsetzt.
  • Örtliche Flexibilität: Ortsunabhängiges Arbeiten ist für 67 Prozent ein wichtiger Faktor, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Arbeitgeber sind hier gefordert, die nötigen technischen Voraussetzungen zu schaffen und einen externen Zugang zum Firmennetzwerk zu ermöglichen. Statt Präsenzveranstaltungen und persönlichen Gesprächsterminen finden Videokonferenzen statt.
  • Innovative Arbeitsmodelle: Bei der Bereitstellung innovativer Arbeitsmodelle wie Langzeitarbeitskonten und Jobsharing besteht Nachholbedarf. Dies gilt auch für Arbeitsformen, die Leistung anstelle von Präsenz belohnen.

Kinderbetreuung

Für mehr als zwei Drittel der Befragten ist es wichtig, dass der Arbeitgeber Kinderbetreuungsangebote anbietet. Bislang gibt es in Deutschland nur sehr wenige firmeneigene Kindertagesstätten. Manche Arbeitgeber vereinbaren Rahmenverträge mit lokalen Kindereinrichtungen, um den Beschäftigten Kinderbetreuungsplätze zu sichern. Alternativ können sie finanzielle Zuschüsse zur Kinderbetreuung leisten. Weitere Maßnahmen sind Angebote für Ferienbetreuung, kurzfristige Notfalllösungen und Elternnetzwerke.

Wege für Doppelkarrieren öffnen

Unternehmen können Paare bei Doppelkarrieren unterstützen, indem sie diese Maßnahmen nutzen:

  • Förderprogramme von Betroffenen, die wegen Elternzeit und Kinderbetreuung abwesend sind
  • Coachings und Gespräche für einen raschen Wiedereinstieg
  • Mentoringangebote im Unternehmen

Bei diesen Maßnahmen geht es auch darum, bei der Karriereplanung eines Mitarbeiters die beruflichen Möglichkeiten des Partners zu berücksichtigen. Dies inkludiert auch die Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche, wenn ein Partner berufsbedingt an einen anderen Standort wechselt.

2019-08-13T13:17:46+02:00 20. August 2019|Personalmanagement|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar