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Psychische Erkrankungen bei Arbeitnehmern: Anzahl der Fehltage steigen

Die Anzahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen war im Jahr 2018 mehr als dreimal so hoch wie noch vor 20 Jahren. Dies belegen die Ergebnisse des DAK-Psychoreports 2019. Demnach fielen im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Millionen Menschen wegen Depressionen, Anpassungsstörungen und anderen psychischen Problemen krankheitsbedingt aus. Umgerechnet war das jeder 18. Arbeitnehmer.

DAK-Psychoreport 2019: Der Langzeitvergleich

Die Zahlen beruhen auf einer Auswertung der Versicherungsdaten von knapp 2,5 Millionen Menschen. Aus dieser Langzeit-Analyse für den Zeitraum 1997 bis 2018 ergibt sich für das Jahr 2017 der absolute Spitzenwert von 250 Krankentagen pro hundert Versicherungsnehmer. Der Vergleichswert im Jahr 2018 brachte mit 236 Fehltagen einen leichten Rückgang von 5,6 Prozent. Höhere Werte gab es in den Jahren 2015 und 2016 mit rund 244 und 246 Fehltagen.

Depressionen und Anpassungsstörungen

Bei Betrachtung der Einzel-Diagnosen ist erkennbar, dass Depressionen die häufigsten Ursachen für Fehltage wegen psychischer Erkrankungen darstellen. Aus den Zahlen ergibt sich für das Jahr 2018 diese Rangordnung (Fehltage je 100 Versicherte):

  1. Depressionen: 93 Fehltage (Anstieg von 152 Prozent gegenüber 2000)
  2. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen: 51 Fehltage (Anstieg von 175 Prozent)
  3. Neurotische Störungen: 23 Fehltage
  4. Somatoforme Störungen: 17 Tage
  5. Andere Angststörungen: 16 Tage

Auffallend ist der hohe Anstieg der Krankmeldungen bei Anpassungsstörungen. Demgegenüber waren die Krankschreibungen wegen der Diagnose Burnout seit dem Jahr 2011 zurückgegangen, bevor sie zuletzt von 4,6 auf 5,3 Fehltage wieder angestiegen sind. Der Spitzenwert lag hier bei 10,2 Ausfalltagen. Die Weltgesundheitsorganisation hat Burnout nunmehr nach jahrzehntelanger Diskussion als offizielles Krankheitsbild eingestuft, das sich über chronischen Stress am Arbeitsplatz definiere.

Fehltage nach Wirtschaftsbranchen

Der DAK-Psychoreport 2019 schlüsselt die Anzahl der Ausfalltage wegen psychischer Probleme auch nach Wirtschaftsbranchen auf. Demnach waren die öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen im Jahr 2018 Spitzenreiter:

  1. Öffentliche Verwaltung: 358 Fehltage
  2. Gesundheitsbranche: 321 Fehltage
  3. Verkehr, Lagerei und Kurierdienste: 246 Fehltage
  4. Bildung, Kultur und Medien: 228 Ausfalltage
  5. Handel: 221,2 Ausfalltage
  6. Banken und Versicherungen: 221,1 Ausfalltage
  7. Organisationen und Verbände: 199 Fehltage
  8. Datenverarbeitung und Information: 195 Fehltage
  9. Nahrungs- und Genussmittel: 174 Fehltage

Der Durchschnitt lag bei 236 Fehltagen.

Fehltage nach Bundesländern

Im Bundesländervergleich zeigt sich bei den Ausfalltagen wegen psychischer Erkrankungen das folgende Bild. Demnach gab es in den Bundesländern Saarland (312 Fehltage), Bremen (281 Fehltage) und Berlin (280 Fehltage) die meisten Arbeitsausfälle je hundert Versicherte. Am unteren Ende der Skala liegen Baden-Württemberg mit 214 und Bayern mit 193 Fehltagen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Unterschiede ergeben sich auch zwischen den Geschlechtern. Demnach verzeichneten Frauen 298 Fehltage je hundert Versicherungsnehmer, während Männer nur auf 183 Fehltage kamen. Sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Arbeitnehmern steigen die Arbeitsausfälle wegen psychischer Erkrankungen mit dem Alter an.

2019-09-17T18:43:00+02:00 16. September 2019|Personalmanagement|0 Kommentare

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