Im modernen Personalmarketing nutzen Unternehmen zunehmend sogenannte Corporate Influencer, um sich als attraktive Arbeitgeber darzustellen. Diese Arbeitgeber-Botschafter sollen dabei unterstützen, neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

Corporate Influencer: Botschafter mit starker Eigenmarke

Corporate Influencer können auf das Vertrauen eines größeren Personenkreises zurückgreifen, den sie über Social-Media-Kanäle regelmäßig über das Geschehen im Unternehmen auf dem Laufenden halten. Sie haben eine positive emotionale Bindung zur betreffenden Arbeitgebermarke, aber auch eine starke Eigenmarke, die aus ihrer Persönlichkeit resultiert. Corporate Influencer erzielen damit unabhängig von ihrer Unternehmenszugehörigkeit eine große Reichweite in bestimmten Zielgruppen.

Ihre Aufgabe besteht darin, Interessierte über Beiträge in Facebook und Instagram am Arbeitsleben im Unternehmen teilhaben zu lassen. Sie übernehmen zudem aktive Rollen bei Recruiting-Events und sind bei Bewerbungsgesprächen zur Einstellung neuer Mitarbeiter geeignete Ansprechpartner für die Personalverantwortlichen.

Corporate Influencer Projekt umsetzen

Die Zusammenarbeit mit einem Corporate Influencer ist für den Arbeitgeber als Projekt zu verstehen. Bei der Umsetzung eines Corporate Influencer Projekts sollten Unternehmen einige Punkte beachten:

  1. Reichweite nutzen: Die hohe Reichweite in den sozialen Medien können Unternehmen für sich nutzen, indem sie Corporate Influencer einsetzen und damit Geldmittel für bezahlte Werbung einsparen. Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass Corporate Influencer mit ihren persönlichen Äußerungen glaubwürdiger wirken als die klassischen Kommunikationswerkzeuge der Marketingabteilung.
  2. Freiräume einräumen: Mit dem Einsatz eines Corporate Influencers geben die Personalverantwortlichen einen Teil des Recruitings in die Hände der Influencer. Sie sollten dem Corporate Influencer Freiräume gewähren, damit dieser die relevanten Informationen in seinen eigenen Worten formulieren und gegenüber seiner Zielgruppe authentisch wiedergeben kann. Gibt die Marketingabteilung hier Richtlinien in Hinblick auf Sprache und Auftreten vor, wirkt sich das nachteilig aus, weil Glaubwürdigkeit verloren geht.
  3. Kreatives Teamwork: Da Corporate Influencer außenstehende Personen für den Arbeitgeber gewinnen sollen, ist es wichtig, dass sie in die Entwicklung des Recruiting-Konzepts aktiv eingebunden werden. Als Insider können Corporate Influencer wertvolles Wissen und persönliche Erfahrungen mit der Zielgruppe einbringen. Hier ist kreative Teamarbeit zwischen dem Insider und der HR-Abteilung gefragt.
  4. Zugang zu Wissen und Hilfsmitteln anbieten: Die Personalabteilung sollte dem Corporate Influencer keine strengen Regeln auferlegen, nach denen er handeln muss. Allerdings ist es hilfreich, Wissen und Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, beispielsweise Computertools, Wissen über die Wirkung von Onlinekommunikation oder Storytelling und PR. Für neue Markenbotschafter können erfahrene Influencer oder externe Berater wichtige Ansprechpartner sein.
  5. Influencer-Tätigkeit und Mitarbeiter-Status klar trennen: Corporate Influencer agieren nicht nur als Markenbotschafter für das Unternehmen, sondern stehen als Mitarbeiter auch in einem Arbeitsverhältnis. Während der Betroffene im Rahmen seiner Corporate-Influencer-Aufgaben Freiräume genießt, unterliegt er als Arbeitnehmer der Weisungsgebundenheit des Arbeitgebers. Führungskräfte sind gefordert, die Tätigkeit des Corporate Influencers und jene des Angestellten auseinander zu halten, um Konflikte zu meiden.
  6. Neue Influencer aufbauen: Bei einem Corporate Influencer Programm geht es nicht nur darum, bereits bestehende Influencer im Unternehmen ausfindig zu machen und bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Vielmehr kann es sinnvoll sein, im Mitarbeiterkreis auch neue Influencer aufzubauen und mit Workshops, Schulungen und Events auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

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