Die WHO warnt davor, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit zu unterschätzen. Sie nennt die Trauer um am Coronavirus verstorbene Familienmitglieder sowie Einsamkeit, Einkommenseinbußen und Ängste als Belastungsfaktoren, die psychische Erkrankungen auslösen oder verschlimmern können. Viele Menschen leiden aufgrund der Belastungen an Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depressionen. Auch Versuche, die Probleme mit dem Konsum von Alkohol und Drogen zu lösen, treten verstärkt auf. In dieser Situation sind Unternehmen gefordert, die Schwierigkeiten zu erkennen und aktiv zu handeln, um ihre Mitarbeiter zu schützen und bei der Krisenbewältigung zu unterstützen.

Corona-Krise als Auslöser für Konflikte

Nicht nur Unternehmer, sondern auch deren Mitarbeiter sind durch die Corona-Krise stark belastet und mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert. Die mentale Stabilität von Arbeitnehmern leidet, weil die Betroffenen mit finanziellen Schwierigkeiten, neuen Arbeitssituationen, sozialer Isolation, Sorgen um gefährdete oder kranke Familienmitglieder und einer unsicheren Zukunft kämpfen. Mit wachsender Ungewissheit und zunehmenden Ängsten kommt es häufig zu Schlaflosigkeit, körperlichen Problemen und psychischer Belastung. Einschränkende Maßnahmen wie Ausgangssperren und häusliche Quarantäne verstärken zudem das Konfliktpotential innerhalb von Familien und in Lebensgemeinschaften. Manche Arbeitnehmer haben im Homeoffice aufgrund der beengten Situation und des Beisammenseins mit anderen Familienmitgliedern Schwierigkeiten, Arbeitsstunden und Freizeit voneinander abzugrenzen. Andere leiden unter dem Alleinsein. In vielen Fällen ist die Corona-Krise der Auslöser für Konflikte und Probleme, die im Ansatz schon vorher vorhanden waren.

Umfrage: Psychische Belastungen steigen

Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage fassen die zunehmenden psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie in Zahlen. Demnach spüren beinahe 70 Prozent der Befragten eine emotionale Belastung, weil sie sich um die Gesundheit von Familienmitgliedern Sorgen machen. Mehr als die Hälfte fühlt sich durch Gedanken an die unsichere Zukunft belastet. Auch der eingeschränkte Handlungsspielraum und die fehlenden soziale Kontakte setzen den Menschen stark zu. Für 15 Prozent stellen finanzielle Probleme eine weitere Belastung dar. Knapp 10 Prozent empfinden die mangelnde Abgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben als Schwierigkeit. Diese Zahlen basieren auf einer Umfrage von 1.000 Erwachsenen vor dem Inkrafttreten des „Lockdown light“.

Als Arbeitgeber Warnhinweise frühzeitig erkennen

Die Erinnerungen an den Lockdown im Frühjahr wirken sich bei vielen Menschen eher erschwerend als erleichternd aus. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen, die die dunkle Jahreszeit auf die psychische Verfassung haben kann. Diese mentalen und emotionalen Belastungen können sich in ernste psychische Probleme verwandeln. In dieser Konstellation ist es wichtig, dass Arbeitgeber Warnhinweise frühzeitig erkennen und die richtigen Maßnahmen greifen, um die Beschäftigten zu schützen und lange Krankenstände zu vermeiden. Hierbei kommt den Führungskräften eine wichtige Beobachtungsfunktion zu. Es ist hilfreich, Personalentwicklungsmaßnahmen und weitere Unterstützungsangebote unternehmensintern bereitzustellen. Auch Videos und Online-Kurse erweisen sich in vielen Fällen als sinnvoll. Bei persönlichen Problemen können externe Dienstleister gute Ansprechpartner für die Mitarbeiter sein, weil die Beratung anonym erfolgt.

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