Immer mehr deutsche Unternehmen führen eine erfolgsbedingte Gewinnbeteiligung für ihre Mitarbeiter ein. Neben Prämienzahlungen oder der Bereitstellung von Sachwerten erfolgt diese Beteiligung zunehmend in Form von Belegschaftsaktien und Dividenden. Die finanzielle Einbeziehung der Beschäftigten am Unternehmenserfolg ist dabei nicht nur eine sinnvolle Möglichkeit zur Schaffung einer gerechten Kapitalpolitik, sie gilt vielmehr auch als wichtiger Motivationsfaktor.

Engagement für Aktionäre und Mitarbeiter

Der deutsche Bankier und ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank Hermann Josef Abs hat einmal den Satz geprägt, dass ein Spekulant an der Börse tausend Prozent Gewinn, aber niemals mehr als hundert Prozent Verlust machen könne. Es mag daher kaum verwundern, dass das Interesse der Bundesbürger an Aktien im Steigen begriffen ist. Während die Anleger sich über Kursgewinne und teils kräftige Dividenden freuen, sehen die Betriebsräte von Dax-Konzernen das gewachsene Interesse an Anteilsscheinen ihrer Unternehmen allerdings eher mit gemischten Gefühlen. Der Grund hierfür liegt in der Beobachtung, dass die Firmenchefs nicht selten viel Engagement entwickeln, um Investoren bei Laune zu halten, auf der anderen Seite aber nur wenig Eifer für die Belange ihrer Mitarbeiter zeigen. Dieses Ungleichgewicht soll nun möglichst rasch beseitigt werden. So wird etwa beim Auto-Riesen Daimler über eine Einbindung der Beschäftigten in die Erfolge des Konzerns nachgedacht. Arbeitnehmervertreter fordern hier die künftige Zahlung eines Bonus für Mitarbeiter. Eine Entwicklung, die viele Chancen bietet.

Gewinnbeteiligung als Motivationsschub

Um die Zufriedenheit der Belegschaft zu erhöhen und einen Motivationsschub für engagiertes Einbringen eigener Fähigkeiten in die Firma zu schaffen, kann eine Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter in Form von Dividenden eine sinnvolle Möglichkeit sein. Ganz nach dem Motto „Gutes Geld für gute Leistungen“ wird dadurch nicht selten eine verbesserte Identifikation mit den Unternehmenszielen und letztlich eine steigende Produktivität erreicht. Aktuell sind Gewinnbeteiligungsmodelle bei etwa jedem dritten Großkonzern mit mehr als 500 Beschäftigten zu finden. Vor allem die Variante der Ausgabe von Belegschaftsaktien mit Aussicht auf regelmäßige Dividendenzahlungen erfreut sich hier zunehmender Beliebtheit. Vorteilhaft ist bei diesem Modell nicht zuletzt, dass die Inhaber der Aktien nur in Höhe der gehaltenen Anteile haften. Weitergehende rechtliche Bindungen im Zusammenhang mit dem Unternehmenskapital sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Vorteile von Belegschaftsaktien mit Dividende

Inhaber von Belegschaftsaktien haben neben dem Anspruch auf die Beteiligung an Dividendenzahlungen in der Regel weitere wichtige Vorteile. Hierzu gehören unter anderem:

– Ein Auskunfts- und Stimmrecht auf den Hauptversammlungen des Unternehmens.
– Günstigere steuerliche Behandlung der Dividendeneinkünfte als bei externen Aktien.
– Gegebenenfalls die Möglichkeit, ihre Aktien jederzeit zu veräußern.
– Das Fortbestehen der Kapitalbeteiligung auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen.

Als Nachteile des Belegschaftsaktienmodells mit Dividende gelten:

– Recht hohe Kosten und viel Verwaltungsaufwand für das Unternehmen.
– Risiko von Kursverlusten oder ausbleibenden Dividenden in wirtschaftlichen Krisenzeiten.

Fazit: Die Dividendenausschüttung an Mitarbeiter lohnt sich

Eine Dividendenausschüttung an Mitarbeiter im Rahmen von auf Aktien basierenden Gewinnbeteiligungsmodellen lohnt sich in vielen Fällen. Durch die Teilhabe an den Erfolgen des Unternehmens steigt die Motivation der Beschäftigten und die Bindung des Kapitals an die Firma führt zu einer erhöhten Liquidität. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs und guter Bilanzen schafft das zusätzliche Einkommen in Form von Dividenden zudem Anreize für mehr Engagement und mindert das Risiko der Abwanderung wertvoller Mitarbeiter. Und letztlich – und das ist ein wichtiger Faktor dieses Modells – können die Inhaber der Belegschaftsaktien theoretisch tausend Prozent Gewinn, aber niemals mehr als hundert Prozent Verlust ihrer Anteile machen. Ein Gedanke, der durchaus beruhigend wirken kann.

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