Mit einer wildfremden Person virtuell zum stillen Arbeiten „treffen“ – diese Idee steht hinter Silent Coworking. Diese Stillarbeit unterstützt dabei, sich auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren, produktiv zu sein und Ablenkungen zu widerstehen.

Was bedeutet Coworking?

Coworking heißt übersetzt so viel wie „zusammenarbeiten“. Diese moderne Arbeitsform, die aus dem Silicon Valley in Kalifornien stammt, zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Personen in Großraumbüros jeweils für sich alleine oder für ein gemeinsames Projekt arbeiten. Die dazugehörigen Räume werden als Coworking Spaces bezeichnet.

Beim Silent Coworking sind die Teilnehmer nicht räumlich im selben Büro, sondern „treffen sich“ über WhatsApp, Zoom oder Teams. Dabei kommen Arbeitskollegen oder Dritte virtuell zusammen, um still miteinander zu arbeiten. Diese moderne Arbeitsmethode kommt vor allem Arbeitnehmern zugute, die sich im Homeoffice manchmal einsam fühlen oder sich von ihren Aufgaben leicht ablenken lassen.

App Focusmate: einfache Verabredung zum Silent Coworking

Der New Yorker Taylor Jacobsen hat mit „Focusmate“ eine App entwickelt, über die sich Arbeitswillige aus aller Welt zum Silent Coworking verabreden können. Um dieses Tool zu nutzen, buchen die Teilnehmer eine Sitzung im offenen Kalender oder tragen selbst eine solche ein, um eine Verabredung zum Arbeiten zu treffen. Vor allem in der Corona-Pandemie hat diese App hohe Zugewinne verzeichnet. Die Anzahl der Nutzer hat bereits die 100.000er-Marke überschritten. Es sind User aus mehr als 190 Ländern beteiligt.

Lange Gespräche lassen die Focusmate-Vorgaben nicht zu. Nur zu Beginn der Sitzung bleibt kurz Zeit, um einander in knapp einer Minute die angestrebten Arbeitsziele vorzustellen. Nach rund 50 Minuten produktiven Arbeitens sprechen die Nutzer darüber, ob sie ihre Ziele erreicht haben. Für persönliche Gespräche bleibt hingegen keine Zeit. Das Ziel der App besteht nicht darin, andere Menschen kennenzulernen, sondern produktiv zu arbeiten. Während der Sitzung hat man den Coworker über ein kleines Bild auf dem Monitor im Blick. Diese Tatsache sorgt dafür, dass sich die Nutzer auf ihre Aufgabe konzentrieren und nicht zwischendurch ihren Schreibtisch verlassen, telefonieren, SMS schreiben oder sich anderweitig ablenken lassen.

Das Prinzip Stillarbeit

Silent Coworking funktioniert auch ohne App. So können sich beispielsweise zwei Arbeitskollegen oder Freunde zu fixen Zeiten via Internet verabreden, ihre Kameras einschalten und rund eine Stunde unter Kontrolle des jeweils anderen ungestört arbeiten. Nach getaner Stillarbeit gibt es eine Erfolgskontrolle und als Belohnung ein kurzes Gespräch.

Ungestörtes Arbeiten: Silent Work

In eine ähnliche Richtung geht Silent Work. Bei dieser Arbeitsmethode schließen sich Arbeitskollegen in einer Videokonferenz zusammen, um sich zunächst auszutauschen und anschließend konzentriert zu arbeiten. Während dieser „Silent Work“ läuft das Video weiter, allerdings ohne Ton, um ein ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen. Die Idee besteht darin, für einige Stunden ein virtuelles Büro zu schaffen, in dem die Arbeitenden miteinander kommunizieren können. Wenn sich Fragen ergeben, kann sie der Betroffene einfach stellen, um digital eine Antwort zu erhalten. Silent Work ist vor allem bei gemeinsamen Projekten sinnvoll. Ein- bis zweimal pro Woche eingesetzt, erweist sich diese Arbeitsmethode als Teambuilding-Maßnahme, bei der die Teilnehmer auch informell miteinander sprechen können. Sie kann dem Gefühl der Isolation entgegenwirken und die Produktivität steigern.

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