Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich momentan stabil. Die Zahl der Arbeitslosen ist laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Oktober 2021 um 88.000 auf 2.377.000 gesunken. Dies sind um 383.000 Arbeitslose weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gegenüber September hat sich die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent verringert und ist damit um 0,8 Prozentpunkte niedriger als im Oktober 2020. Auch bei der Unterbeschäftigung war ein Rückgang zu verzeichnen. Sie lag im Oktober 2021 mit 3.138.000 Personen niedriger als im Jahr davor.

Kurzarbeit

Vom 1. bis zum 24. Oktober 2021 waren insgesamt 93.000 Personen für die konjunkturelle Kurzarbeit angemeldet. Daten darüber, wie viele Mitarbeiter tatsächlich dieses Instrument beanspruchen, liegen nur bis August vor. Im August 2021 erhielten rund 760.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Höchststand von 6 Millionen im April 2021.

Zahl der Erwerbstätigen

Die Zahl der Erwerbstätigen lag im September 2021 bei 45,24 Millionen. Das sind um 267.000 Personen mehr als im vorigen September und um 31.000 Personen mehr als im August 2021. Bezüglich der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wies die Bundesagentur für Arbeit für August 2021 einen Wert von 33,97 Millionen aus. Die Zahl für geringfügig Beschäftigte lag bei 7,23 Millionen (26.000 Personen mehr als im vorigen Monat).

Höhere Nachfrage nach Personal

Die Unternehmen suchen wieder verstärkt neue Mitarbeiter. Im Oktober 2021 gab es Anmeldungen für 809.000 Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit. Das waren 206.000 mehr als im Vorjahr. Auch der Indikator für die Personalnachfrage, der sogenannte BA-Stellenindex, erreichte mit 126 Punkten einen hohen Wert. Dieser übersteigt sogar den BA-X vom März 2020. Damals waren die Konsequenzen der Corona-Maßnahmen auf den Arbeitsmarkt noch nicht ersichtlich.

Azubis

In absoluten Zahlen hat die Anzahl der Auszubildenden mit 1.288.962 einen Tiefstand erreicht, weil immer mehr junge Leute ein Studium beginnen. Der Berufsbildungsbericht 2021 zeigt, welche Berufe bei Azubis besonders beliebt sind und in welchen Branchen sich Unternehmen schwer tun, Ausbildungsplätze zu besetzen. Vor allem in diesen Berufszweigen fehlen Auszubildende:

  • Fleischer: 47 Prozent
  • Lebensmittelfachverkäufer: 46,6 Prozent
  • Fachkräfte für Express-, Kurier- und Postdienste: 46 Prozent
  • Restaurantfachkräfte: 41,6 Prozent
  • Klempner: 41,1 Prozent
  • Fachkräfte für Systemgastronomie: 36 Prozent

Diese Zahlen demonstrieren, welche Berufe den höchsten Anteil an unbesetzten Azubi-Stellen am gesamten betrieblichen Stellenangebot im Jahr 2020 hatten. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich beispielsweise in den Ausbildungssparten Kosmetik, Mediengestaltung und Tierpflege, wo viele Bewerber keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum wird laut Prognosen vor allem im Jahr 2022 höher ausfallen. Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) prognostiziert für Deutschland einen Anstieg des BIP um 2,1 Prozent im Jahr 2021. Im Jahr 2022 wird die deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent wachsen. Ob sich diese Prognosen bewahrheiten werden, ist vor allem wegen der unsicheren Corona-Lage nicht absehbar.

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