Die Homeoffice-Quote verzeichnet bereits seit Beginn der Pandemie große Zuwächse. Am höchsten war sie im März 2021. Im Januar 2022 lag der Anteil derer, die im Homeoffice arbeiteten, laut ifo-Institut bei 28,4 Prozent. Das Potenzial ist noch deutlich höher. So wäre es bei 56 Prozent der Beschäftigten möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Auch der Wunsch nach diesem Arbeitsmodell bei Arbeitnehmern lässt sich mit Zahlen belegen, die eine Langzeitstudie der Universität Konstanz zeigt.

Im Rahmen dieser Homeoffice-Studie wurden seit März 2020 mehr als 680 Arbeitnehmer an 14 unterschiedlichen Terminen befragt. Die letzte Befragung wurde im November 2021 durchgeführt. Aus diesen Befragungsergebnissen lassen sich diese Punkte ableiten:

Vorliebe für Homeoffice

Arbeitnehmer wünschen sich, durchschnittlich 2,9 Arbeitstage pro Woche im Homeoffice zu verbringen oder mobil zu arbeiten. Am stärksten ist dieser Wunsch in der mittleren Altersgruppe der 36- bis 50-Jährigen ausgeprägt. Dies hängt vermutlich mit den großen familiären Verpflichtungen in dieser Lebensphase zusammen. Bei den 18- bis 35-Jährigen würde ein Sechstel für die Möglichkeit, mobil arbeiten zu dürfen, Gehaltseinbußen hinnehmen.

Mobiles Arbeiten

Nicht nur Homeoffice, sondern auch der weitere Begriff des mobilen Arbeitens, das auch die Berufsausübung in Coworking-Spaces, öffentlichen Bereichen und sogar im Ausland einschließt, spielt in der Langzeitstudie eine Rolle. 29 Prozent der Befragten sind dafür offen, zukünftig verstärkt Coworking-Spaces zu nutzen. Der Großteil jener Arbeitnehmer, die mobil arbeitet, ist im Homeoffice anzutreffen (94 Prozent). Lediglich drei Prozent der Befragten befindet sich in Coworking-Spaces, vier Prozent in öffentlichen Räumen.

Nur 18 Prozent der befragten Arbeitnehmer denken, dass mobiles Arbeiten die Leistungsfähigkeit und die Arbeitsabläufe behindert. Bei der Führungsetage fällt dieser Wert mit 26 Prozent um einiges höher aus.

Hybrides Arbeiten

Für die Umsetzung einer hybriden Arbeitskultur gibt es noch viel Verbesserungsbedarf. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Arbeiten im Unternehmensbüro hauptsächlich an digitalen Meetings teilnehmen. Präsenzmeetings scheinen die Ausnahme zu sein. Nur bei knapp 35 Prozent der Befragten werden die Anwesenheitszeiten so angesetzt, dass gemeinsame Konferenzen im Kollegenkreis umsetzbar sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass auch der persönliche Kontakt in der Belegschaft Potenzial nach oben hat. Nur rund 45 Prozent haben diesen zu Arbeitskollegen, 29 Prozent zumindest teilweise. Hier sind die Unternehmen gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, um Präsenzarbeit und mobiles Arbeiten sinnvoll miteinander zu verbinden.

Arbeiten vom Ausland aus

Wie sieht es mit der Möglichkeit aus, vom Ausland aus mobil zu arbeiten? Diese Option bejahen 34 Prozent der Befragten. Für die Arbeitgeber selbst kann dies in puncto Arbeits- und Steuerrecht mit einem höheren Aufwand verbunden sein. Sie müssen insbesondere bedenken, dass ein längerer Auslandsaufenthalt eine Sozialversicherungspflicht und eine Steuerpflicht im besagten Zielland auslösen kann.

Insgesamt zeichnet sich der Trend ab, dass Homeoffice auch in Zukunft im deutschen Arbeitsalltag eine wichtige Rolle spielen wird. Mobiles Arbeiten bietet dem Unternehmen Vorteile. So kommen auch Arbeitskräfte, die weiter entfernt wohnen, als Mitarbeiter in Betracht, wenn sie nicht oder nur selten im Büro erscheinen müssen.

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