Die vierte und fünfte Welle der Corona-Pandemie zwang zahllose Erwerbstätige dazu, aufgrund einer Coronavirus-Infektion oder Quarantäneanordnung daheim zu bleiben. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat diese Arbeitsausfälle nunmehr anhand von Zahlen dargestellt. Laut dieser Schätzungen dürfte die Arbeitszeit in der Zeitspanne von Oktober 2021 bis Februar 2022 um rund 383 Millionen Stunden gesunken sein. Das entspricht einem Rückgang von 8,4 Stunden pro Erwerbstätigem. Ausfälle in der Arbeitszeit aufgrund von verstärkter Kurzarbeit, nicht erfolgten Personalanstellungen und vermehrten Kündigungen sind nicht inkludiert.

Zahlreiche Erwerbstätige mit Sars-CoV-2-Infektionen

Die hohen Infektionszahlen im Zuge der Omikron-Variante schlugen sich in erhöhten Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz nieder. Ende Februar 2022 kletterte die Zahl der in Deutschland registrierten Sars-CoV-2-Infektionen auf fast 15 Millionen. Zum damaligen Zeitpunkt dürften rund 725.000 Erwerbstätige mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein (Krankenstandsquote von 1,6 Prozent). Auch Nebenwirkungen infolge der Corona-Schutzimpfung ließen die Krankenstände steigen. Laut einer Schätzung dürften diese Impfreaktionen die Krankenstände um 0,05 Prozentpunkte erhöht haben.

Coronabedingte Krankenstände im Februar 2022 auf Rekordhöhe

Die Krankenstände befanden sich im Februar 2022 auf Rekordhöhe und dürften den bisherigen Höchststand von Anfang April 2020 übertroffen haben. Das IAB schätzte die Arbeitsausfälle, die durch Covid-19-Infektionen, Lockerungen beim Krankschreibungsverfahren und 3G-Vorschriften am Arbeitsplatz verursacht wurden, auf rund 43 Millionen Arbeitstage im Zeitraum von Oktober 2021 bis Februar 2022. Dies entspricht 0,9 ausgefallenen Arbeitstagen pro Erwerbstätigem.

Hohe Arbeitsausfälle aufgrund von Quarantäne

Nicht nur coronabedingte Krankschreibungen, sondern auch staatliche Quarantäneanordnungen führten zu Ausfällen bei den Arbeitszeiten. Das IAB schätzte, dass in der Zeitspanne von Oktober 2021 bis Februar 2022 rund 16,7 Millionen Arbeitstage aufgrund von häuslicher Quarantäne verloren gingen. Dies sind 0,4 Arbeitstage pro Erwerbstätigem. Die Quarantänemaßnahmen betreffen allen voran Personen, die aufgrund des Verdachts auf eine Corona-Infektion oder wegen des Kontakts zu einer infizierten Person zu Hause bleiben mussten.

63,5 Millionen verlorene Arbeitstage

Demnach sind in der vierten und fünften Welle der Corona-Pandemie die krankheits- und quarantänebedingen Arbeitsausfälle stark gestiegen. Das gesamte Arbeitsausfallsvolumen von Oktober 2021 bis Februar 2022 schätzten die Forscher des IAB auf knapp 63,5 Millionen verloren gegangene Arbeitstage. Das sind 1,4 Arbeitstage pro Erwerbstätigem. Dabei wurden auch die Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz infolge von Quarantäneanordnungen in Kitas und Schulen berücksichtigt. Davon waren laut IAB-Schätzungen 130.000 Elternteile betroffen, die ihre Kinder aufgrund von Quarantänemaßnahmen betreuen mussten und deshalb ihrem Beruf nicht nachgehen konnten.

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