Damit Unternehmen den Mangel an qualifizierten Fachkräften überstehen, müssen sie sich von der Konkurrenz abheben, um die besten potenziellen Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Ein Arbeitgebersiegel hilft dabei enorm. Dieser Artikel zeigt, was das genau ist, wie man es bekommt und welche Vorteile es bringt.

Was ist ein Arbeitgebersiegel?

Ein Arbeitgebersiegel ist eine Auszeichnung für Arbeitgeber. Wir leben in einer Zeit, in der es eine große Vielfalt an Gütesiegeln gibt, beispielsweise „Bio“, „Trusted Shops“ und „Fairtrade“. Diese Auszeichnungen helfen Kunden dabei, sofort zu erkennen, was einen bei den jeweiligen Produkten oder Dienstleistungen erwartet. Genauso soll auch das Arbeitgebersiegel potenziellen Arbeitnehmern zeigen, dass sie es mit einem Top Arbeitgeber zu tun haben. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Arbeitgebern können enorm sein, so gibt es leider immer wieder einige von ihnen, die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln und den Arbeitsplatz zu einem insgesamt unangenehmen Ort machen.

Wer bei seiner Jobsuche auf einen Arbeitgeber mit einem Arbeitgebersiegel stößt, kann sich dort mit gutem Gewissen bewerben. Denn hier handelt es sich um einen Top Arbeitgeber, dem viel an einem gesunden Arbeitsklima, einer fairen Vergütung und einem respektvollen Umgang mit den eigenen Mitarbeitern liegt. Mit einem Arbeitgebersiegel erscheint ein Unternehmen bereits auf den ersten Blick als attraktiv.

Wie bekommt man als Unternehmen ein Arbeitgebersiegel?

Um sich mit einem Arbeitgebersiegel auszeichnen lassen zu können, muss das Unternehmen einigen Ansprüchen gerecht werden. In Deutschland gibt es ungefähr 300 verschiedene dieser Siegel, für die jeweils eine Zertifizierung notwendig ist. Um eines davon verliehen zu bekommen, gibt es je nach Siegel drei Wege der Prüfung: Der erste läuft über die Auswertung von Bewertungsplattformen, der zweite über eine Befragung der Mitarbeiter und der dritte über eine Teilnahme an einem Wettbewerb. Einige Arbeitgebersiegel sind angesehener als andere und haben dementsprechend einen umfangreicheren Prozess für die Zertifizierung. Label-online.de bewertet das DIQP-Label zum Beispiel als „Besonders empfehlenswert“.

Drei der beliebtesten Auszeichnungen für Arbeitgeber sind „Siegel Familienfreundlicher Arbeitgeber (DIQP)“, „Top Ausbildungsbetrieb (DIQP)“ und „Top Arbeitgeber (DIQP)“. Die Zertifizierungsprozesse beginnen bei diesen mit einer anonymen Mitarbeiterbefragung. Sie ist deshalb anonym, damit jeder einzelne Mitarbeiter offen und ehrlich berichten kann, was er vom Arbeitgeber hält, ohne spätere Folgen befürchten zu müssen. Das Ziel der Befragung ist es, herauszufinden, was den Mitarbeitern am Arbeitgeber stört und was sie gut finden. Als Nächstes prüft die Zertifizierungsstelle, von welchen Leistungen die Arbeitnehmer in ihrem Unternehmen profitieren. Desto besser diese sind, desto höher ist die Chance auf eine Zertifizierung.

Die vom Prüfer gewünschten Leistungen, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitern anbietet, können unterschiedlich sein. Beispielsweise kommt es einem Unternehmen bei der Zertifizierung zugute, wenn es Firmenwagen bereitstellt, außergewöhnlich gut vergütet oder den Mitarbeitern auf ähnliche Weise das Leben erleichtert und verbessert. Auch die Karrieremöglichkeiten der Mitarbeiter spielen bei einer solchen Auszeichnung für Arbeitgeber eine Rolle. Die Zertifizierungsstelle prüft zudem die Personalpraxis und die Firmenpolitik. Weiterhin sind Angebote zur Fort- und Weiterbildung, eine nachhaltige Unternehmensführung sowie eine faire Vergütung aller Mitarbeiter Punkte, nach denen sich die Prüfstelle erkundigt.

Besonders unter die Lupe nehmen die Prüfer das Management. Durch Befragungen der Manager soll sich herausstellen, ob das Verhältnis zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen harmonisch ist. An diesen Befragungen lässt sich erkennen, wie sehr das Unternehmen versucht, seinen Mitarbeitern die verschiedenen denkbaren Möglichkeiten zur Weiterentwicklung anzubieten. Im Fokus bei der Prüfung des Managements stehen zusammenfassend die Karriereoptionen, die Firmenstrategie und die nachhaltige Unternehmensführung.

Arbeitgeber müssen sich bei dem Prozess der Zertifizierung um die Willkürlichkeit der einzelnen Prüfer keine Sorgen machen. Diese gehen bei ihren abschließenden Bewertungen streng nach einem Leistungskatalog vor, um möglichst fair zu bleiben. Nur so kann sich jeder, der auf ein Arbeitgebersiegel stößt, sicher sein, dass es sich wirklich um einen Top Arbeitgeber handelt.

Das sind die Vorteile für das Unternehmen

Gründe für ein Arbeitgebersiegel gibt es viele. Vor allem die zahlreichen Vorteile sollten jeden Arbeitgeber dazu bewegen, sich für eine der verschiedenen Auszeichnungen zu entscheiden. Die wichtigsten davon stellen wir im Folgenden vor:

Mehr Bewerbungen

Die potenziellen Arbeitnehmer von heute haben höhere Ansprüche als die von früher. Der Grund dafür ist häufig, dass viele von ihnen eine große Auswahl an Firmen haben, für die sie sich entscheiden können. Wenn ein Unternehmen mit einem Arbeitgebersiegel ausgezeichnet ist, hebt es sich von vielen anderen ab und kann die besten potenziellen Arbeitnehmer eher für sich gewinnen. Mit neuen Mitarbeitern, die gut ins Unternehmen passen und ihre Aufgaben gewissenhaft erfüllen, verbessert sich das Unternehmen mit der Zeit von selbst.

Unternehmen ohne Arbeitgebersiegel müssen sich dagegen mit einer kleineren Anzahl von Bewerbern zufriedengeben. Die meisten dieser Bewerber entsprechen zudem in den wenigsten Fällen den gewünschten Vorstellungen.

Unterschwellige Werbung

Bei einem zertifizierten Top Arbeitgeber sieht jeder sofort, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das großen Wert auf ein angenehmes Arbeitsklima legt und seine Mitarbeiter fair und gut behandelt. Selbst wenn das Unternehmen keine direkte Werbung für sich macht, sorgt eines der Siegel bereits für positive Aufmerksamkeit.

Abheben von der Konkurrenz

Wer mit einem ähnlichen Unternehmen in der Nähe um Mitarbeiter kämpft, kann sich mit einer Auszeichnung für Arbeitgeber einen großen Vorteil verschaffen. Wenn ein Interessent die Wahl zwischen zwei Unternehmen hat, wobei eines ein Siegel besitzt und das andere nicht, entscheidet er sich mit großer Wahrscheinlichkeit für das Unternehmen mit dem Siegel.

Zufriedene Mitarbeiter

Wer sich als Arbeitgeber das Ziel setzt, mit einem Arbeitgebersiegel ausgezeichnet zu werden, muss die verlangten Voraussetzungen dafür erfüllen. Vor allem von der fairen Behandlung und den verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft profitieren die bestehenden Mitarbeiter. Das Ergebnis ist ein Team mit einem angenehmen Arbeitsklima und einer gesteigerten Produktivität.

Was kosten die Auszeichnungen?

Da es in Deutschland 300 verschiedene Arbeitgebersiegel gibt, die nicht alle gleich anerkannt sind und einen unterschiedlichen Wert besitzen, sind auch die Kosten zwischen diesen unterschiedlich. Einige davon sind sogar kostenlos, wirken aber deshalb auch weniger seriös, weil sich jede Firma leicht damit schmücken kann. Jedes der anerkannten und hochwertigen Siegel ist dagegen nicht kostenlos. Bei diesen hängen die Kosten von der Anzahl der Mitarbeiter ab.

Ein Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern bezahlt für eine Zertifizierung durch die SQC-QualityCert 2.200 Euro plus 290 Euro für Befragungen. Der Preis bei bis zu 250 Mitarbeitern liegt bei 2.700 Euro inklusive der Mitarbeiterbefragungsgebühr. Der nächste Grenzwert liegt bei bis zu 500 Mitarbeitern, hier liegt der Preis bei 3.200 Euro. Firmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern müssen in etwa 3.700 Euro für das Arbeitgebersiegel begleichen. Für noch größere Unternehmen werden auf Anfrage individuelle Angebote gestellt. Die Siegel sind zwischen 24 und 36 Monaten gültig. Nach diesem Zeitraum ist eine Rezertifizierung möglich.

Fazit

Mit einem Arbeitgebersiegel hebt sich ein Unternehmen von anderen ab und profitiert von vielen Vorteilen. Potenzielle Interessenten wissen sofort, dass es sich um einen guten Arbeitsplatz handelt. Anerkannte Siegel sind zwar nicht kostenlos, lohnen sich jedoch für jeden Arbeitgeber allemal.

 

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