Dies ist Teil 2 von 2 der Serie Betriebliche Gesundheitsförderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung ist in vielen großen Unternehmen längst angekommen. Arbeitnehmer werden stärker denn je gefordert. Stress, Hektik und Zeitdruck zollen ihren Tribut – und nur allzu oft schlagen sie sich in einer schlechten Leistungsfähigkeit und hohen Krankenständen nieder. Die Arbeitgeber versuchen daher, ihre Leistungsfähigkeit durch eine gezielte Gesundheitsförderung wiederherzustellen und sogar zu verbessern

Zu hohe Anforderungen an die Arbeitnehmer

Die Tatsache, dass Arbeitnehmer heute oft überfordert sind, liegt nicht etwa daran, dass sie weniger leistungsfähig wären als früher. Vielmehr sind die Anforderungen im Laufe der Zeit gestiegen. Überstunden sind heute mehr denn je eine Selbstverständlichkeit. Am Wochenende wird im Home-Office gearbeitet, nach Feierabend ist man stets am Handy erreichbar und beantwortet E-Mails. Das Thema Work-Life-Balance ist für immer mehr Menschen ein ernstzunehmendes Thema, da das Privatleben immer mehr ins Hintertreffen gerät.

Betriebliche Gesundheitsförderung: Vorteile für den Arbeitgeber

Im ersten Moment mag sich so mancher Arbeitgeber vielleicht fragen, warum er Geld ausgeben sollte, um Aktionen zu finanzieren, die eigentlich im privaten Spielraum des Arbeitnehmers liegen könnten. Tatsächlich hat allerdings der Arbeitgeber so viele Vorteile dadurch, dass sich die Überlegung für jedes Unternehmen lohnt, das Mitarbeiter beschäftigt.

Vorteile für den Arbeitgeber:

  • Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer erhalten und steigern
  • geringere Krankenstände
  • dadurch niedrigere Kosten
  • Motivation der Mitarbeiter steigern
  • bessere Identifikation mit dem Arbeitgeber erreichen
  • bessere Produktivität und in der Folge höhere Produkt- und Servicequalität

Nicht zu verachten sind zudem die steuerlichen Vorteile, die sich mitunter durch die Maßnahmen realisieren lassen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer profitieren von besseren Bedingungen für ihre Arbeit. Ihre Arbeitsplätze werden sinnvoller gestaltet. Belastungen werden reduziert und somit auch die Risiken für die Gesundheit des Einzelnen. Langfristig kann sich dadurch der Gesundheitszustand der Mitarbeiter verbessern. Die Lebensqualität steigt und die Arbeitnehmer sind oft zufriedener mit ihrem Arbeitsplatz und Arbeitgeber. Häufig erhalten sie die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz oder auch verschiedene Arbeitsprozesse direkt mitzugestalten.

Mögliche Maßnahmen

Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Arten von Maßnahmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung unterscheiden. Die sogenannte Verhaltensprävention richtet sich auf das Verhalten der Arbeitnehmer. Ein gutes Beispiel wäre das Angebot eines Nichtraucherseminars für Raucher. Die Verhältnisprävention hingegen beschäftigt sich mit den Arbeitsbedingungen und Strukturen im Betrieb. Das Gegenstück zum Nichtraucherseminar wäre hier die Einführung eines Rauchverbots im gesamten Betrieb, wodurch das Passivrauchen eingeschränkt und es Rauchern, die aufhören möchten, erleichtert würde, ihren Entschluss in die Tat umzusetzen.

Beispiele für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind:

  • Einführung von gesunden Mahlzeiten in der Kantine
  • Angebot einer Ernährungsberatung oder von Abnehmprogrammen
  • Anmeldung zu Entspannungs- oder Stressmanagement-Seminaren
  • Angebot von Sportkursen (z. B. Rückenschule, betriebliche Lauf-/Fußballmannschaft)
  • Durchführung von Rauchentwöhnungskursen
  • Einrichtung eines Gesundheitszirkels
  • Maßnahmen im Bereich der Arbeitsplatzgestaltung
  • Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle
  • Reduzierung von Nacht-/Schichtarbeit

In der nächsten Zeit werden wir uns in dieser Artikelreihe verstärkt dem Thema der betrieblichen Gesundheitsförderung widmen und einzelne Maßnahmen genauer unter die Lupe nehmen.

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