Die Diskussion über die Zukunft der Rente nimmt kein Ende. Nachdem mittlerweile alle Parteien eingesehen zu haben scheinen, dass die Rente mit 63 aus finanzpolitischer Sicht ein Schritt in die falsche Richtung war, wird seither versucht, über eine sogenannte Flexi-Rente den Schritt aus dem Berufsleben flexibler zu gestalten. Hiervon sollen Unternehmen, Beschäftigte und letztlich auch die Rentenkasse profitieren.

Die Union hat nun einen ersten Gesetzesentwurf vorgelegt, der von der Opposition, aber auch vom Koalitionspartner SPD kritisiert wird.

Die Flexi-Rente im Überblick

Die Flexi-Rente soll es älteren Arbeitnehmern ermöglichen, auch bei Bezug einer vollen Rente weiterhin zu arbeiten. Eine Altershöchstgrenze ist hier noch nicht verbindlich definiert, doch dürfte es sich voraussichtlich um das Lebensalter von 70 Jahren handeln. Die Union glaubt hier, gleich mehreren Problemfeldern entgegen wirken zu können:

  • die Auswirkungen des Wahlgeschenks „Abschlagsfreie Rente mit 63“
  • die Folgen des Fachkräftemangels in den Betrieben
  • der sich immer deutlicher abzeichnenden Massenarmut im Alter

Dazu wäre ein flexibler Renteneinstieg auch eine Antwort auf immer rüstigere Senioren, die teilweise noch arbeiten wollen, um einen Lebensinhalt zu haben.

Der Gesetzesentwurf: Freiwillige Verlängerung des Arbeitslebens

Der wichtigste Punkt: Es soll den älteren Arbeitnehmern auf freiwilliger Basis ermöglicht werden, weiterhin Beiträge in die Rentenversicherung einzubezahlen. Viele Menschen könnten damit mit ein bis zwei Jahren zusätzlicher Arbeit die Altersarmut vermeiden, was sicher ein Anreiz für eine längere Beschäftigung ist. Bislang war dies Menschen mit einer vollen Rente nicht gestattet.

Dazu sollen Beiträge in die Arbeitslosenversicherung für diese Personen künftig wegfallen. Diese mussten wie auch die Beiträge in die Rentenversicherung hälftig vom Arbeitgeber getragen werden, ohne dass es dadurch zu einem Anspruch für die Arbeitnehmer gekommen wäre.

Kritik von SPD und Opposition

Wenig begeistert zeigt sich der Koalitionspartner SPD: Insbesondere die Rentenregelung gefällt den Sozialdemokraten nicht. Die Möglichkeit, durch längere Arbeit neben der Rente weitere Ansprüche zu erwerben, belaste letzten Endes die ohnehin knappen Rentenkassen noch mehr.

Auch der Wegfall der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung stößt auf Kritik: Den Arbeitgebern werde dadurch die Möglichkeit gegeben, „billige“ ältere Arbeitskräfte zu beschäftigen, was noch stärker zu Lasten der jüngeren Generation gehe und der Generationengerechtigkeit weiteren Schaden zufügen könnte.

Die Linke lehnt den gesamten Vorstoß rundheraus ab und wittert eine Initiative ausschließlich zu Gunsten der Unternehmen. Auch sie argumentiert damit, dass damit ein paralleler Arbeitsmarkt mit günstigeren Arbeitnehmern geschaffen werde. Insbesondere sei zu befürchten, dass ältere Arbeitnehmer dann verstärkt in Teilzeitbeschäftigungen drücken würden, was die Situation etwa für alleinerziehende Mütter umso schwieriger mache.

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