Kandidaten erwarten deutlich mehr von Arbeitgebern, als diese ihren Bewerbern im Recruiting-Prozess entgegenbringen – das ergab eine Studie von CareerBuilder. Viele Befragte haben das Gefühl, dass der Bewerbungsprozess in den letzten 5 Jahren mühsamer geworden ist. Und je gefragter das eigene Kompetenzprofil, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der Jobsuchende bereit ist, sich mit einem zu komplizierten Prozess auseinander zu setzen. Diese Mentalität kann das Finden qualifizierter Mitarbeiter für Recruiter auf dem ohnehin schon angespannten Arbeitsmarkt noch zusätzlich erschweren.

Wir zeigen fünf zentrale technologische Hürden, die Ihre Chancen, die besten Köpfe zu finden, erheblich schmälern:

Hürde Nr. 1: Ihnen gelingt es nicht, passende Kandidaten zu finden

Nicht alle Jobsuchenden – vor allem die passiven – haben Zeit, sich auf eine zufällig gefundene Position zu bewerben. 39 Prozent der Jobsuchenden empfinden es vielmehr als extrem oder sehr wichtig, einem Arbeitgeber zunächst nur ihre Kontaktinformationen zu geben und sich später zu bewerben.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der HR-Profis nutzt keine Tools zur Erfassung von Kandidaten, die sich nicht direkt auf eine Stellenanzeige beworben haben. Viele Gelegenheiten, schwer erreichbare Talente zu kontaktieren, bleiben so ungenutzt. Nur 23 Prozent der HR-Profis bieten ein verkürztes Bewerbungsformular an, um Kandidaten beispielsweise die Möglichkeit zu geben, sich vorerst nur zu registrieren.

Hürde Nr. 2: Bewerbungen über mobile Endgeräte sind nicht möglich

Die Nutzung mobiler Technologie ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Jobsuchende erwarten deshalb, dass sie sich jederzeit bei Ihnen bewerben können – ob über die Desktop-Version oder über ein mobiles Endgerät. Fast die Hälfte (46 Prozent) der HR-Profis bieten Bewerbern den Zugang zu ihrem Bewerbermanagement-System per mobilem Endgerät jedoch nicht an. Gründe dafür sind meist technische oder personelle Einschränkungen. Obwohl ein Drittel (33 Prozent) der HR-Profis eine höhere Absprungrate feststellte, da ihr Bewerbermanagementsystem nicht mobilfähig war, glauben nur 24 Prozent aller HR-Profis, dass die Möglichkeit, sich über ein mobilfähiges Endgerät bewerben zu können, einen Teil der Candidate Experience ausmacht. Dies gibt Anlass zur Sorge, wenn man bedenkt, dass 65 Prozent der Jobsuchenden, die sich über Ihr Handy oder Tablet nicht bewerben können, ihre Bewerbung in den seltensten Fällen über einen Desktop-Computer zu Ende bringen.

Hürde Nr. 3: Sie versenden ausschließlich automatische Antworten

HR-Abteilungen gehörten häufig zu den Rezessionsopfern, die tiefe Einschnitte bei der Stellenbesetzung und im Budget hinnehmen mussten. Für die Kontaktaufnahme und den Beziehungsaufbau zu Bewerbern war das natürlich nicht besonders förderlich. Automatisierte Antworten sind zwar ein beliebtes Mittel geworden, um Kandidaten über den Erhalt der Bewerbung zu informieren, doch vielen Bewerbern (39 Prozent) ist das zu wenig. 60 Prozent der Jobsuchenden erwarten individuellere Kommunikation. 67 Prozent erwarten nach Ihrer Bewerbung sogar einen Anruf vom Recruiter.

Hürde Nr. 4: Ihr Bewerbungsprozess ist zu komplex

Die Mehrheit (53 Prozent) der HR-Profis befürworten einen langen Bewerbungsprozess, da dieser weniger engagierte oder weniger qualifizierte Bewerber aussortiert. Dies mag in gewisser Hinsicht richtig sein, doch solche Bewerbungsprozesse sortieren auch hoch qualifizierte, aktuell berufstätige Talente aus, die weder Interesse noch Zeit haben, eine Vielzahl an Seiten auszufüllen. Sechzig Prozent der Jobsuchenden berichteten, dass sie schon einmal eine Online-Bewerbung aufgrund ihrer Länge und Komplexität abgebrochen hätten.

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Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der HR-Profis gaben an, dass ihr Bewerbungsprozess mehr als 20 Minuten in Anspruch nimmt. Fast drei von 10 Bewerbern (29 Prozent) finden jedoch, dass ein Bewerbungsprozess 10 Minuten oder weniger dauern sollte; 62 Prozent sagten, er solle nicht mehr als 20 Minuten in Anspruch nehmen. 37 Prozent der HR-Profis stellen in ihrem Bewerbungsprozess in der Regel mehr als 15 Fragen. Die Hälfte (51 Prozent) der Jobsuchenden sagten hingegen, dass es nicht mehr als 10 Fragen sein sollten.

Hürde Nr. 5: Ihnen gelingt es nicht, ehemalige Bewerber erneut anzusprechen

Beziehungen zu interessanten Kandidaten aufrecht zu erhalten, die bisher nicht eingestellt wurden, aber später einmal auf eine frei werdende Stelle passen könnten – eine weitere Herausforderung für HR-Profis. Mehr als ein Drittel der HR-Profis (36 Prozent) gaben an, dass sie Kandidaten, denen kein Job angeboten wurde, zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder ansprechen – weil sie zunächst die aktuellen Bewerbungen durchschauen (69 Prozent) oder weil sie dafür keine Zeit haben (28 Prozent). 38 Prozent der HR-Profis sprechen Kandidaten alle sechs Monate oder öfter erneut an, doch die Übrigen schenken Talent-Pools mit Bewerbern, die ihr Interesse am Unternehmen bereits bekundet haben, keine Beachtung. Jobsuchende hingegen wünschen sich kontinuierliche Kommunikation. Zwei von fünf (42 Prozent) würden von Unternehmen gerne E-Mails mit neuen Stellenangeboten erhalten.

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