In wirtschaftlichen Fachpublikationen und Stellungnahmen der Arbeitgeber wird immer wieder vom Fachkräftemangel gesprochen, den Gewerkschaftsvertreter hingegen bei weitem nicht so stark ausgeprägt sehen. Die letzte Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit aus dem Juni 2015 hat ergeben, dass die durchschnittliche Vakanzzeit einer hauptberuflichen Arbeitsstelle bei 82 Tagen liegt. Im Vorjahr dauerte eine solche Vakanz nur 80 Tage. Besonders betroffen sind aktuell die Bereiche Informatik und Softwareentwicklung (124 Tage) sowie Medizin (144 Tage).

Damit dürfte klar sein, dass in Deutschland zwar kein flächendeckender Fachkräftemangel herrscht, aber es durchaus Grund zur Sorge in der Zukunft gibt. Mit einer guten Personalentwicklung haben Betriebe jedoch die Möglichkeit, ihre eigenen Fachkräfte auszubilden und stetig zu verbessern. Darüber hinaus ist es wichtig, besonders qualifizierte Mitarbeiter langfristig an das eigene Unternehmen zu binden. Aus diesem Grund sollen nun Chancen in diesem Bereich hervorgehoben werden.

Recruiting vs. Talent Management – gibt es da tatsächlich Widersprüche?
Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, dass im Personalwesen zwei große Bereiche gegeneinander stehen:Bild 1

1. Recruiting
Recruiting umfasst alle Maßnahmen, um auf dem Arbeitsmarkt neue Mitarbeiter für das eigene Unternehmen finden. Zu diesem Zweck erfolgt die Personalbedarfsplanung, bei der wichtige Schlüsselqualifikationen künftiger Mitarbeiter als Planungsgrundlage dienen. Ziel ist es, dass Unternehmen durch gutes Fachpersonal auch langfristig wettbewerbsfähig zu erhalten und die Produktivität weiter zu steigern.

2. Talent Management
Das Talent Management ist ein wichtiger Zweig der Personalentwicklung und umfasst die Bereiche Weiterbildung und Laufbahnplanung. Im Talent Management sollen also einerseits Fachkräfte im Betrieb weiter fortgebildet werden und darüber hinaus erfolgt in der Laufbahnplanung die Entwicklung einer Karriereperspektive für die High Potencials im Unternehmen.

 

Weiterbildung und Transfersicherung – Tipps für Entscheidungsträger
Die Märkte und deren Anforderungen entwickeln sich heute so schnell, dass die Mitarbeiter stets auf dem neuesten Stand bleiben müssen. Darüber hinaus ist es wichtig, durch Fachkompetenz Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu realisieren. Zur Personalentwicklung im Bereich Weiterbildung gehören deshalb folgende Aspekte:

  1. Identifizierung von künftigen Schlüsselqualifikationen
  2. Identifizierung geeigneter Mitarbeiter für spezielle Schulungen
  3. Förderung von informellem Lernen am Arbeitsplatz
  4. Organisation der Schulungen

Wie lassen sich Talente im Betrieb erkennen?
Es gibt verschiedene Verfahren, um die sogenannten Talente im Betrieb zu identifizieren. Dabei steht fest, dass nur die wenigsten Mitarbeiter letztlich den Selektionsprozess erfolgreich durchlaufen und zu den Besten gehören. Dies bedeutet keinesfalls, dass sich Weiterbildung und die Personalentwicklung nur auf Mitarbeiter mit dem größten Potenzial konzentrieren sollte. Schulungen und Weiterbildungen steigern die Produktivität und senken die Lohnstückkosten fast immer. Trotzdem kann es in hart umkämpfen Märkten gerade auf die 1-3% der „High Potencials“ ankommen, um als Unternehmen auch mittel- bis langfristig erfolgreich zu bleiben. Bild 3

Personalentwickler brauchen zunächst selbst entsprechende Kompetenzen
Damit die Personalentwicklung in einem Betrieb tatsächlich erfolgreich durchgeführt werden kann, benötigen die zuständigen Mitarbeiter selbst die erforderlichen
Kompetenzen:

  • Professionelle Führung von Einstellungsinterviews
  • Verfahren zur Erkennung von Talenten im Betrieb
  • Transfersicherung nach Weiterbildungen
  • Sinnvolle Organisation von Schulungen
  • Bildung von „Employer Brands“

Mittlerweile werden diesbezüglich für Personal-Manager entsprechende Seminare angeboten. Auf poko.de lässt sich eine sehr große Auswahl an passenden Schulungen auswählen, die praxisrelevantes Wissen vermitteln. Dies zeigt sehr deutlich, wie wichtig das Personalmanagement und die Personalentwicklung heute geworden sind. Das Arbeitsfeld wird stetig vielfältiger und gewinnt zudem an Bedeutung.

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