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Berichtsheft: Was Sie über den Ausbildungsnachweis wissen sollten

Jeder Auszubildende hat die Pflicht, während seiner Berufsausbildung einen Ausbildungsnachweis, oft auch als Berichtsheft bezeichnet, zu führen. Leider ist dies zugleich auch eine Aufgabe, die bei den meisten Jugendlichen nicht besonders beliebt ist und dadurch oftmals vernachlässigt wird. In diesem Zuge stellt sich die Frage, welche Pflichten der Jugendliche im Detail hat – und wie sich der Ausbilder richtig verhält.

Inhalte des Ausbildungsnachweises

Das Berichtsheft dient dazu, den zeitlichen und sachlichen Ablauf der Berufsausbildung zu dokumentieren. Dabei erfasst der Auszubildende, welche Themen in der Schule besprochen wurden, welche Tätigkeiten er im Betrieb ausgeführt hat und welche Unterweisungen er erhalten hat. Auch die Inhalte von anderen Schulungen und überbetrieblichen Unterweisungen sollen erfasst werden. In kaufmännischen Berufen besteht das Berichtsheft überwiegend aus einer stichpunktartigen Aufzählung der Lerninhalte, während in einigen gewerblichen Berufen zusätzlich Zeichnungen anzufertigen sind, beispielsweise zu bearbeiteten Werkstücken. Konkret muss das Berichtsheft diese Informationen enthalten:

  • stichwortartige Angaben zu den Tätigkeiten, Unterweisungen und Lerninhalten
  • Dauer der Tätigkeiten im Betrieb
  • Umfang etwa eine DIN A4-Seite pro Woche
  • Name des Auszubildenden
  • Ausbildungsjahr
  • Berichtszeitraum

Das Berichtsheft kann handschriftlich (z. B. in einem Heft), elektronisch mittels einer speziellen Berichtsheft-Software oder auch als Mischform durch ausgedruckte und abgeheftete Nachweise geführt werden. Ob Tages-, Wochen- oder gar Monatsberichte geführt werden müssen, hängt vom Ausbildungsberuf ab. Grundlage für die Form sind die Vorgaben der jeweiligen Ausbildungsordnung.

Pflichten des Auszubildenden

Der Auszubildende muss sein Berichtsheft regelmäßig führen und selbst abzeichnen. Dabei reicht es nicht aus, einmal pro Halbjahr eben alle Berichte für die vergangenen Monate nachträglich zu schreiben, wie es für viele Auszubildende Alltag ist. Vielmehr soll das aktuell Gelernte fortlaufend erfasst werden. Die Bedeutung des Berichtshefts geht aus § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG hervor: Ein lückenloser Ausbildungsnachweis ist eine der Zulassungsvoraussetzungen für die Abschlussprüfung. In vielen Berufen gibt es die Vorgabe, dass das Berichtsheft zur mündlichen Prüfung mitgebracht und dem Prüfungsausschuss vorgelegt werden muss.

Pflichten des Ausbilders

Auch wenn das Berichtsheft klar im Verantwortungsbereich des Auszubildenden liegt, ist der Ausbilder in der Pflicht. Konkret muss er diesen Pflichten nachkommen:

  • Er muss den Auszubildenden zum Führen des Berichtshefts anhalten, diese regelmäßig, mindestens monatlich, durchsehen und auf ihre Richtigkeit prüfen (§ 14 Abs. 1 Nr. 4 BBiG). Er unterschreibt die Ausbildungsnachweise, um diese Prüfung zu bestätigen.
  • Der Auszubildende hat das Recht, seine Ausbildungsnachweise während der Arbeitszeit zu führen. Die benötigte Zeit darf nicht später vom Zeitkonto abgezogen werden.
  • Benötigt der Auszubildende Materialien für das Berichtsheft, zum Beispiel ein entsprechendes Nachweisheft, so muss der Ausbildungsbetrieb diese kostenfrei bereitstellen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).
  • Er muss sicherstellen, dass die Eltern von minderjährigen Auszubildenden das Berichtsheft regelmäßig zur Kenntnis nehmen und es unterschreiben.

Wenn das Berichtsheft nicht korrekt geführt wird

Vernachlässigt der Auszubildende die Pflicht, sein Berichtsheft regelmäßig zu führen, ist der Arbeitgeber zur Abmahnung berechtigt. Wenn mehrere Abmahnungen ergangen sind, ohne dass eine Besserung des Verhaltens erkennbar ist, so kann sogar eine Kündigung gerechtfertigt sein. So entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in einem Urteil vom 20. März 2002 (Az. 2 Sa 22/02) bezüglich einer außerordentlichen Kündigung.

Eine sinnvolle Vorlage für das elektronische Führen des Berichtsheftes ist in diesem PDF vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

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Check list

Ausbildungsnachweis

Im Berichtsheft dokumentieren Auszubildende was sie im Betrieb und in der Berufsschule gelernt haben. Dieser Nachweis ist die Grundlage für die Zulassung zur Prüfung. Sie können diese Vorlage (251 KB, PDF) kostenlos downloaden und direkt am PC ausfüllen.

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