Unzählige Bewerber bereiten sich durch das Studium von Bewerbungsratgebern und durch die Simulation der Gesprächssituation mit einem Verwandten oder Bekannten auf die persönliche Vorsprache beim potentiellen Arbeitgeber vor. Um nicht ausschließlich einstudierte Redepassagen und standardisierte Antworten zu erhalten, ist bei den Personalverantwortlichen in der Formulierung der Bewerbungsfragen daher Kreativität gefragt.

Ungewöhnliche Bewerbungsfragen und ihre Zielsetzung

So mancher Arbeitgeber setzt im mündlichen Vorstellungsgespräch gezielt skurrile Fragen ein, um ein möglichst unverfälschtes Persönlichkeitsbild über den Jobinteressenten zu erhalten. Die dadurch hervorgerufene Stresssituation gibt zudem Aufschluss über die Kreativität und Schlagfertigkeit des jeweiligen Bewerbers.

Die eigenen Fähigkeiten umschreiben: „Welches Tier wären Sie gerne?“ oder „Welche Prominenten hätten Sie gerne als Eltern?“ sind nur ein Auszug aus der Liste ungewöhnlicher Bewerbungsfragen. Als noch skurriler erweist sich die Frage nach dem Haushaltsgerät, welches der Jobinteressent vorzugsweise verkörpern würde. Die dazugehörige Begründung für die getroffene Wahl erfordert ebenso Einfallsreichtum wie die Beantwortung der Frage, wie man eine Giraffe in einem Kühlschrank unterbringt.

Analytisch denken: Einige Fragestellungen testen hingegen gezielt das Vorstellungsvermögen des Kandidaten: „Wie viele Tischtennisbälle finden in einer Boeing 707 Platz?“ oder „Schätzen Sie, wie viele Fenster in der Stadt New York zu finden sind!“. Hier geht es weniger darum zu einem korrekten Ergebnis zu kommen. Vielmehr ist es hier für den Arbeitgeber interessant herauszufinden, welche analytischen Fähigkeiten der Bewerber besitzt. Seine Antwort zeigt, wie er sich bei der Suche nach außergewöhnlichen Lösungen schlägt.

Menschenkenntnis: Fragt der Arbeitgeber seinen Bewerber, welche Speisen er ihm bei einem privaten Essen zubereiten würde, mag dies derselbe als ebenso ungewöhnlich empfinden wie die Frage „Welche Urlaubsdestination würden Sie mir und meiner Gattin für unsere nächste Reise empfehlen?“

Verkaufstalent: Redegewandtheit und Überzeugungskraft stellen Aufgaben wie „Verkaufen Sie mir dieses Blatt Papier!“ oder „Überzeugen Sie mich von den Vorzügen dieses Kugelschreibers!“ unter Beweis.

Allgemeinwissen: Die Aufforderung, drei Gewinner des Nobelpreises zu nennen, testet das Allgemeinwissen des Jobinteressenten.

Erklärtalent: „Erklären Sie einem betagten Almhirten, wie das Internet funktioniert“ oder „Klären Sie einen Kochlaien darüber auf, wie er ein Omelett zubereiten soll“ sind mögliche Aufgabenstellungen, um die Fähigkeit des Bewerbers zu prüfen, komplexe Sachverhalte laienverständlich und in einfachen Worten auszudrücken.

Motivation: Mit Fragen wie „Was motiviert Sie jeden Morgen dazu, aufzustehen?“ oder „Welcher Musiksong bringt Ihre Arbeitseinstellung am besten zum Ausdruck?“ will der Arbeitgeber hingegen Einblick in die Motivation und Lebensanschauung seines potentiellen Mitarbeiters gewinnen.

Der gezielt herbeigeführte Überraschungseffekt

Besonders effektiv und unerwartet sind die skurrilen Fragen, wenn sie der Arbeitgeber im Gesprächsverlauf zwischen traditionellen Fragen einschiebt. Der eintretende Überraschungseffekt bringt nämlich so manchen Bewerber dazu, Dinge preiszugeben, welche er bei klassischen Frage- und Aufgabenstellungen verschwiegen hätte. In vielen Fällen gilt eine gute Begründung als entscheidender Parameter, zumal es ohnehin keine einzig richtige Antwort auf die skurrilen Fragestellungen gibt.

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