Als Angestellter kommt heute niemand mehr an einem Girokonto vorbei. Seit Mitte der sechziger Jahre gehört die Lohntüte der Vergangenheit an, das Gehalt wird überwiesen. Der Kontakt zur Bank wurde praktisch vererbt. Waren die Eltern Kunden bei der Sparkasse, wurde dort auch das Sparbuch für das Kind eröffnet. Mit Beginn der Berufstätigkeit folgte das eigene Girokonto. Für das Girokonto fielen Gebühren an, über deren Höhe nicht weiter nachgedacht wurde. Mit dem Eintritt der Direktbanken in den Markt hat sich hier jedoch vieles geändert.

Verbraucher nutzen die Transparenz

Das Thema „Kontoführungsgebühr“ wird heute von vielen Angestellten nicht mehr wortlos hingenommen. Immerhin belaufen sich die Kosten, rechnet man noch die Jahresgebühr für eine Kreditkarte dazu, schnell auf 100 Euro jährlich. Wer rechnen kann, geht für dieses Geld lieber gut essen. Kostenlose Girokonten werden heute nicht mehr ausschließlich für Studenten, Schüler und Auszubildende angeboten. Über 20 Banken stellen Girokonten und Kreditkarte als kostenloses Paket zur Verfügung. Welches davon jedoch das beste Girokonto für Angestellte ist, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Der Gemeinsamkeit der Gebührenfreiheit stehen zahlreiche individuelle Unterschiede gegenüber. Einer davon ist sicherlich der Überziehungszinssatz. Die Bandbreite reicht von leicht über sechs Prozent p.a. bis zu fast 15 Prozent jährlich (Stand März 2016). Dies, obwohl die EZB den Leitzins aufgehoben hat.

Wie bekommt man bei einer Direktbank Bargeld?

Überweisungen und Daueraufträge werden natürlich per Onlinebanking erledigt, aber es bleibt die Frage für einen Direktbankkunden, wie es sich mit der Bargeldversorgung verhält. Einige der Direktbanken sind in einem Bankenverbund, beispielsweise der Cash Group. Mit der MaestroCard ist damit der Bargeldbezug an allen Geldautomaten der Partnerbanken sichergestellt. Andere Institute bieten Kreditkarten an, die weltweit kostenlose Barverfügungen ermöglichen. Auch hier gibt es allerdings wieder Unterschiede. Nicht jede Bank ermöglicht im Ausland eine unlimitierte Anzahl an Barabhebungen. Einige der Geldhäuser limitieren diese, entweder nur für Abhebungen außerhalb des Euroraumes oder generell im Ausland. Wer sich viel außerhalb der Eurozone aufhält, sollte darüber hinaus darauf achten, ob Gebühren für die Umrechnung der Fremdwährung in Euro anfallen. Zu guter Letzt spielen bei der Auswahl eines Girokontos sicherlich auch mögliche Prämien eine Rolle. Einige Institute werben mit Punktemodellen, die Rückvergütungen bei Bezahlungen mit der Kreditkarte vorsehen, andere bieten eine Barprämie für die Kontoeröffnung. Kostenlose Girokonten sind heute, entgegen den Aussagen des Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, nach wie vor an der Tagesordnung. Bezieher niedrigerer Einkommen müssen jedoch bei der Auswahl darauf achten, ob die Bank ihrer Wahl möglicherweise einen monatlichen Mindestgeldeingang vorsieht.

 

Whitepaper zum Thema