Sucht man in einschlägigen Jobportalen nach einem Teilzeitjob, so findet sich ein Modell immer öfter: Jobsharing. Beim Jobsharing teilen sich zwei (oder auch mehr) Arbeitnehmer eine Vollzeitstelle. Dennoch handelt es sich dabei nicht um klassische Teilzeitjobs.

Jobsharing vs. Teilzeitarbeit: Die Unterschiede

Der Unterschied zwischen Jobsharing und normaler Teilzeitarbeit steckt im Detail. Dies lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen: In einem Unternehmen arbeiten zwei Teilzeitmitarbeiterinnen mit je 18 Wochenstunden. Beide arbeiten vormittags und haben jeweils einen eigenen Arbeitsplatz und eigenen Aufgaben. Es handelt sich um klassische Teilzeitarbeit. Gibt es hingegen nur einen Arbeitsplatz und die zwei Arbeitnehmerinnen bearbeiten zu unterschiedlichen Zeiten dieselben Aufgaben, spricht man von Jobsharing. Beide decken gemeinsam eine Vollzeitstelle ab.

Denkbar sind hier verschiedene Modelle, zum Beispiel:

  • Eine Mitarbeiterin kommt vormittags, eine nachmittags.
  • Die Mitarbeiterinnen wechseln sich mit den Vormittags- und Nachmittagsschichten ab.
  • Sie arbeiten an unterschiedlichen Tagen (z. B. Mitarbeitern A montags und dienstags den ganzen Tag, Mitarbeiterin B von Mittwoch bis Freitag).

Hier zeigt sich allerdings schon die Krux dieses Modells: Die Kollegen sehen sich entweder gar nicht (beim tageweisen Modell) oder haben nur mittags eine kurze Übergabezeit, in der sie sich abstimmen können. Das Modell erfordert deshalb eine gute Organisation der beteiligten Mitarbeiter untereinander sowie Kommunikationsstärke.

Teilzeitjob suchen – Jobsharing finden

Arbeitgeber, die Jobsharing anbieten möchten, wollen eigentlich eine Vollzeitstelle besetzen. Hierfür müssen sie aber nach Teilzeitmitarbeitern suchen. Stoßen Bewerber in einer Jobbörse auf einen Teilzeitjob, der nach dem Jobsharing-Modell vergeben wird, sollte dieser Umstand direkt angesprochen werden.

Nicht jeder mag das Prinzip, das für den Arbeitnehmer durchaus auch Nachteile haben kann. Zudem erfordert es beispielsweise von jungen Müttern häufig eine zeitliche Flexibilität, die sie durch die Kinderbetreuung nur bedingt abdecken können (z. B. wenn ein wöchentlicher Wechsel der Arbeitszeiten erforderlich ist). So stellen Arbeitgeber sicher, dass sich nur Bewerber melden, die an diesem System tatsächlich auch Interesse haben.

Warum Jobsharing für viele Unternehmen geeignet ist

jobsharing-auf-dem-deutschen-stellenmarktWenn es richtig funktioniert, hat Jobsharing für den Arbeitgeber eine Vielzahl von Vorzügen:

  • flexible Einteilung der Arbeitszeiten
  • Chance für eine frühe Berufsrückkehr für Eltern junger Kinder
  • sogar Aufteilung einer Führungsposition möglich
  • gegenseitige Entlastung bei stressigen Aufgaben
  • Aufteilung der Arbeiten nach den persönlichen Vorlieben möglich
  • das Unternehmen gewinnt an Know-how
  • bei Krankheit kann besser für Ersatz gesorgt werden
  • bessere Konzentration durch geringere Arbeitsbelastung für den Einzelnen
  • weniger Fehler durch Vier-Augen-Prinzip

Nicht zuletzt kann sich das Angebot von Jobsharing auch positiv auf das Arbeitgeberimage auswirken. Für viele Arbeitnehmer ist es heute besonders wichtig, Familie und Job unter einen Hut zu bekommen und ihre Freizeit durch flexible Arbeitszeiten mitgestalten zu können. Dies kann zu treueren Mitarbeitern führen, die mit mehr Motivation bei der Sache sind.

Nicht immer des Rätsels Lösung

Jobsharing eignet sich für viele Arbeitsplätze, aber längst nicht für alle. Häufig wird das Modell für Sachbearbeiter herangezogen, bei denen eine Teilung der Arbeit oft auch ohne einen größeren Arbeitsaufwand möglich ist. Auch im medizinischen Bereich sowie sogar bei Führungskräften wird Jobsharing immer öfter praktiziert.

Schwierig wird es allerdings dann, wenn Jobs wenig Routinen aufweisen und der Alltag überwiegend auf Sonderfällen beruht. Dies erfordert nämlich einen starken Abstimmungsaufwand, der das Arbeitszeitmodell unrentabel machen kann.

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