Gegenüber der Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern bestehen in vielen Betrieben Vorurteile. Sie seien nicht mehr so flexibel und belastbar wie früher und fielen durch häufigere Erkrankungen auf, heißt es oftmals. Betrachtet man die Beschäftigung der Generation 50+ jedoch einmal ohne die Vorurteilsbrille, überwiegen die Vorteile für den Arbeitgeber meist deutlich.

Ältere Mitarbeiter: Viele Vorteile gegenüber jüngeren Kollegen

Dass ältere Mitarbeiter häufiger krank sind als ihre jungen Kollegen, ist eine nicht korrekte Annahme. Tatsächlich ist es sogar so, dass Arbeitnehmer unter 25 Jahren tendenziell sogar häufiger krank sind. Darüber hinaus bringen Ältere dem Unternehmen viele weitere Vorteile:

  • hohe Motivation
  • geringe Fluktuation
  • höhere Mobilität aufgrund der längst abgeschlossenen Familienplanung
  • umfangreiches Fachwissen
  • reicher Erfahrungsschatz aus der Praxis
  • Weitsicht und dadurch weniger Fehler im betrieblichen Alltag
  • bessere psychische Belastbarkeit
  • Zuverlässigkeit und Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
  • gelassenerer Umgang mit problematischen Situationen
  • Führungsqualitäten

Natürlich lässt sich nicht von der Hand weisen, dass ab dem 50. Geburtstag insbesondere die körperliche Leistungsfähigkeit wie beispielsweise die Kraft, das Seh- und Hörvermögen und die Beweglichkeit nachlassen. Handelt es sich aber nicht gerade um schwere körperliche Arbeit, so ist dies häufig nebensächlich.

Positiver Nebeneffekt: Indem Sie ältere Arbeitnehmer gezielt halten und einstellen, werden Sie Ihrer sozialen Verantwortung gerecht und können Ihr Arbeitgeberimage in der Öffentlichkeit verbessern.

Personalbeschaffung in der Generation 50+: Neue Wege erforderlich

Wer mit über 50 Jahren keine Anstellung mehr findet, resigniert schnell. In vielen Unternehmen wird ihnen gesagt, sie seien zu alt. Sie fühlen sich überflüssig und glauben nicht mehr daran, dass sie noch einmal einen Job finden. Deshalb greifen klassische Anzeigen meist nicht oder nur unzureichend. Es macht deshalb Sinn, in der Stellenausschreibung klarzustellen, dass sich ausdrücklich auch ältere Bewerber und Bewerberinnen angesprochen fühlen dürfen.

Vorsicht: Schränken Sie die Stellenanzeige nicht auf eine bestimmte Altersspanne ein (z. B. von 50 bis 65 Jahre), denn sonst öffnen Sie AGG-Klagen Tür und Tor.

Zudem gibt es natürlich zahlreiche weitere Möglichkeiten, um die Generation 50+ gezielt anzusprechen:

  • Arbeitsagentur: Sprechen Sie mit dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Häufig gibt es hier ältere Arbeitssuchende mit der erforderlichen Qualifikation.
  • Transfer-/Auffanggesellschaften: Wenn in großen Unternehmen Personal abgebaut wird, landet es häufig in Transfergesellschaften, die den Transfer in eine neue Beschäftigung sicherstellen sollen. Hier findet sich qualifiziertes Personal für Ihren Betrieb.
  • Zeitarbeitsgesellschaften: Zeitarbeitsfirmen haben häufig geeignete Kandidaten etwas höheren Alters in ihrer Kartei, die dann auch für eine Übernahme bereitstehen.
  • Personalmarketing: Sprechen Sie über Ihr Personalmarketing gezielt ältere Personen an (z. B. Auftritt auf 50plus-Messen).

Förderung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer

Die Einstellung älterer Arbeitnehmer kann sich übrigens auch finanziell lohnen: Die Arbeitsagentur zahlt nach § 421f SGB III einen Eingliederungszuschuss, wenn Sie einen Arbeitnehmer einstellen, der die folgenden Kriterien erfüllt:

  • mindestens 50 Jahre alt
  • mindestens sechs Monate arbeitslos, Bezieher von Transferkurzarbeitergeld, Teilnehmer an der beruflichen Weiterbildung (§ 77 SGB III) oder Bezieher von Arbeitslosengeld unter erleichterten Voraussetzungen
  • Vermittlungshemmnis (schwere Vermittelbarkeit z. B. wegen Langzeitarbeitslosigkeit, fehlender Mobilität, Behinderungen, Langzeiterkrankung oder mangelnder Berufsqualifikation)

Schließen Sie mit einem solchen Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mindestens einem Jahr ab, so erhalten Sie eine Förderung in Höhe von 30 bis 50 Prozent des Arbeitsentgelts. Dieser Betrag wird für 12 bis 36 Monate bezahlt, wobei er nach dem ersten Jahr schrittweise sinkt. In besonderen Fällen kann die Höhe der Förderung bis 70 Prozent und die Dauer bis zu 96 Monaten ausgedehnt werden.

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