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Compliance Management – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

Kaum ein anderes Thema hat deutsche Unternehmen in den letzten Jahren so tiefgreifend gefordert wie das Thema Compliance. In erster Linie große Konzern aber auch kleinere Firmen mussten mit der Einführung eines Compliance Management Systems auf die Zeichen der Zeit reagieren. Aber was ist Compliance, wie wird ein Compliance Management-System umgesetzt und welche Bereiche Ihres Unternehmens betrifft es?

Korruption, Kartellbildung, Vorteilsnahme – die Ausprägungen mangelnder Compliance ist vielfältig. In jedem Fall führen sie zu Negativschlagzeilen und können so den guten Ruf der betroffenen Firma ruinieren. Deshalb sollte es im Interesse eines jeden Unternehmens liegen, ein geeignetes Compliance Management System zu etablieren und – noch wichtiger – die erarbeiteten Compliance-Grundsätze zu befolgen.

Compliance – Begriff und Rahmen

Was ist Compliance? Geprägt wurde der Begriff bereits in den 80er Jahren in der US-amerikanischen Finanzbranche. Basierend auf dem englischen Wort „comply“ (befolgen, erfüllen) entstand der Begriff der Compliance. Darunter versteht man die Selbstverpflichtung einer Firma, bestimmte Regeln einzuhalten und dies auch durch ein Kontroll-System zu sicher zu stellen. Diese Regeln sind vor allem aber nicht nur von formalrechtlicher Natur und sollen Korruption, Insiderhandel und Kartellbildung verhindern, um einen fairen Wettbewerb zu sichern. Mit Hilfe eines in der Firma etablierten Compliance Management System kann verhindert werden, dass einzelne Mitarbeiter unwissentlich gegen Wettbewerbsregeln verstoßen, was unter Umständen nicht nur zu einem schlechten Leumund für das ganze Unternehmen sondern auch zu horrenden Strafzahlungen führen kann.

Wer ist betroffen?

Auch wenn die ursprüngliche Compliance-Welle aus den USA nach Europa kam, so sind heutzutage doch alle größeren Unternehmen weltweit vom Thema Compliance betroffen. Während zu Beginn vor allem die großen, international agierenden Konzerne im Energie-, Pharma- oder Chemiesektor Compliance Management Systeme einführten, sieht das Bild heute schon deutlich umfassender aus. In nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen besteht die Möglichkeit von Korruption und Vorteilsnahme, weshalb sich kaum eine Firma dem Thema entziehen kann. Auch in Europa drohen bei unlauterem Wettbewerb und Korruption empfindliche Geldstrafen – vom Verlust des guten Rufes ganz zu schweigen. Ob Korruption bei Siemens, Managerreisen mit Bordellbesuchen bei VW, Preisabsprachen im Pharmasektor oder gezielte Fehlinformationen an die eigenen Aktionäre – die Folgen fehlender Compliance sind vielfältig und fast täglich in den Medien.

Compliance – Umfang und Inhalte

Zu Beginn orientierte sich der in den Firmen umgesetzte Inhalt des Compliance Management System im Wesentlichen an den formalrechtlichen Regelungen und der Gesetzgebung. Heutzutage hat sich Compliance allerdings deutlich weiter entwickelt. Es umfasst nunmehr unternehmensspezifische Verhaltenskodizes, Standesregeln und ländertypische Spezialempfehlungen. Das resultierende Regelwerk wird zumeist als „Code of Conduct“ ausgearbeitet und gehört zur Grundausstattung der Unternehmens-Arbeitsanweisungen. Jeder Mitarbeiter sollte Zugriff auf den Code of Conduct haben und in der Anwendung sowie in der Bedeutung von Compliance für das Unternehmen geschult sein. Mittlerweile sind Transparenz, Vertrauen und Nachhaltigkeit bedeutende Schlagworte geworden und bestimmen das Selbstbild vieler Unternehmen.

Das Compliance Management System

Um die Notwendigkeit der Selbstverpflichtung zu erfüllen und die Integrität der Firma zu zeigen und zu sichern, beschäftigen moderne Unternehmen Compliance Manager. Diese sind einerseits Anlaufstellen für Mitarbeiter, die entweder intern oder extern Verstöße gegen ethische Grundlagen vermuten oder melden wollen. Andererseits sind sie aber vor allem für die Ausarbeitung und Implementierung eines Prozesses zuständig, welcher Art und Umfang des Code of Conduct beschreibt und festlegt. Compliance Manager oder Compliance Officer ist im eigentlichen Sinne keine geschützte Berufsbezeichnung. Die Qualifikation kann durch entsprechende Studiengänge oder zertifizierte Kurse erworben werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass es von Vorteil sein kann, interne und externe Compliance Berater zu beschäftigen, weil dann zum einen die Akzeptanz unter den Mitarbeitern größer ist und zum anderen die Firma nicht „im eigenen Saft schmort“.

Hinweise und Hintergründe zu Notwendigkeit und Einführung eines Compliance Management System finden Sie in Teil 2 dieses Themas.

2017-05-22T12:16:50+00:00 30. September 2012|Personalmanagement|0 Kommentare

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