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Big Data verändert das Personalwesen

Big Data verändert das Personalwesend gravierend. Mehr als jedes dritte Unternehmen arbeitet an Verfahren, Big-Data-Technologien stärker im Personalwesen zu nutzen, und in jedem elften
Unternehmen werden diese bereits angewendet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Linkedin und Bitkom Research.

Für die Studie wurden 408 Personalverantwortliche aus den Bereichen HR und Geschäftsführung in qualitativen Interviews befragt (das vollständige PDF kann hier kostenfrei eingesehen und
heruntergeladen werden
). Das Ergebnis der qualitativen Interviews: Big-Data-Analysen werden bislang vornehmlich für das Employer-Branding und die Verbesserung der internen Kommunikation eingesetzt. Ihr Potenzial für weitere Bereiche des Personalwesens ist dagegen noch weitestgehend ungenutzt. Vor allem unternehmensexterne Daten werden noch selten in die Analysen einbezogen, was den Anwendungsspielraum deutlich beschneidet. Zudem mangelt es laut den Befragten in vielen Unternehmen an qualifizierten Mitarbeitern für einen umfassenderen Einsatz von Big Data.

Big Data: hohes Potenzial für das Personalwesen
Das Potenzial von Big Data wird von den befragten Personalern hoch eingeschätzt. So versprechen sich drei Viertel eine bessere Entscheidungsgrundlage für wesentliche Kernaufgaben wie das Personalcontrolling und die Personaleinsatzplanung (75 Prozent „hohes“ und „mittleres Potenzial“). Auch die Mitarbeitergewinnung im Inland (70 Prozent) und im Ausland (57 Prozent) wird als wichtiger Einsatzbereich für Big Data erachtet.
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In vielen Unternehmen werden interne Daten bereits IT-gestützt gesammelt und analysiert: 78 Prozent der befragten Unternehmen sammeln beispielsweise die internen Daten zur Entlohnung und zu Weiterbildungen. Externe Daten, wie beispielsweise Arbeitsmarktdaten oder öffentlich zugängliche Informationen aus sozialen Netzwerken werden dagegen bislang erst in 16 Prozent der Unternehmen genutzt. Big Data im Personalwesen ist immer noch ein junges Thema – eine Vorreiterrolle kommt hier den größeren Unternehmen zu. Dort setzt schon mehr als ein Viertel Big-Data-Anwendungen ein, in der Gruppe der Unternehmen von 500 – 1999 Mitarbeitern sind es 30 Prozent, in der der Gruppe ab 2.000 Mitarbeitern aufwärts 26 Prozent. Bei kleineren Unternehmen von 100 – 499 Mitarbeitern sind es hingegen nur 15 Prozent.

Big Data: Hürden und Chancen
Hürden für die datengetriebene Innovation des Personalwesens gibt es derweil zuhauf. So geben gerade einmal 26 Prozent der deutschen HR-Verantwortlichen an, sich mit Big Data nach eigenen Angaben „sehr gut“ bis „mittelmäßig“ auszukennen. Einen der Gründe dafür bringt die Studie klar zutage: 81 Prozent von ihnen geben an, sich dieses Wissen komplett eigenständig erarbeitet zu haben, ohne auf Weiterbildungen von Unternehmensseite zurückgreifen zu können. Es sind wiederum die größeren Unternehmen, die hier deutlich besser aufgestellt sind. Hier geben immerhin 50 Prozent der Befragten an, sich „sehr gut“ bis „mittelmäßig“ mit Big Data auszukennen, und in den Großunternehmen ab 2.000 Mitarbeitern aufwärts sind es sogar 61 Prozent. Rund 45 Prozent von ihnen konnten zum Aufbau dieses Know-hows dabei auf Unterstützung ihres Arbeitgebers bauen.

Der zu geringe Wissensstand der Fachkräfte gehört mit 46 Prozent zur am häufigsten genannten Hürde für den Ausbau der Big-Data-Technologien im Personalwesen. IT-Kenntnisse stehen daher
immer häufiger ganz oben auf der Wunschliste der Personaler, wie sich in den Stellenportalen beobachten lässt. Die größten Hindernisgründe sind allerdings nach wie vor datenschutzrechtliche Bestimmungen und Sicherheitsbedenken, die von jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) angegeben werden. Auch die Investitionskosten stellen ein häufig genanntes Problem dar (32 Prozent). 17 Prozent der Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sehen allerdings gar keinen Hindernisgrund für den Einsatz von Big Data. Die Studie zeigt: Der Wettlauf um die effiziente Nutzung von Big Data für das Personalwesen ist im vollem Gange.

2018-09-19T10:38:11+00:00 1. Juni 2015|Personalmanagement|0 Kommentare

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