Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung im Weiterbildungsbereich zweifelsohne vorangetrieben, obwohl einige Kritiker schnelle Ermüdungserscheinungen und mangelnde Aufmerksamkeit beim Lernen vor dem Bildschirm befürchteten. Online-Lernen ist gerade in Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gefragt, wobei insbesondere spielerische Methoden, die eine Kombination aus Lernen und Erleben zulassen, auf Anklang stoßen.

Als positive Begleiterscheinung fehlt die Ablenkung durch andere Lernende im selben Raum. Auch die Tatsache, dass man jederzeit ortsunabhängig auf Lernmaterialien zugreifen kann, ist ein Vorteil der Digitalisierung in der Weiterbildung. Hinzu kommt eine gewisse Zeitersparnis, zumal einige Mitarbeiter am heimischen Schreibtisch schneller und effizienter lernen können. Auch die Anreise zu Seminaren fällt weg.

Wissenslücken online schließen

So manches Unternehmen hat in der Krise bei seinen Mitarbeitern Wissenslücken entdeckt, die es nun mit digitaler Weiterbildung schließen möchte. Neben spezifischem Fachwissen rücken auch andere Themen in den Mittelpunkt, die sich nicht zuletzt aus der Krisensituation und den veränderten Arbeitsbedingungen ergeben. Dazu gehören Führung auf Distanz, Tipps zur Krisenbewältigung, Agilität und New Work.

Digitale Formate in der Weiterbildung nutzen

Die Anbieter im Weiterbildungsbereich mussten coronabedingt relativ schnell von Präsenzlehrveranstaltungen auf digitale Formate umstellen. Demzufolge verlagerte sich die Weiterbildung auf Online-Seminare, in virtuelle Klassenzimmer, Lernplattformen, Erklärvideos und Web-Based-Trainings.

Arten von digitalen Lernformaten

Bei den digitalen Lernformaten ist zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden:

  1. Digitale Live-Schulungen: Synchrones Lernen

Digitale Live-Schulungen zeichnen sich dadurch aus, dass sich Trainer und Lernende zur gleichen Zeit vor dem Bildschirm (in einem Online-Raum) einfinden, um an Live-Webinaren teilzunehmen. Auch der virtuelle Klassenraum fällt in diesen Bereich. Diese Weiterbildungsformate lassen sich über Tools wie Microsoft Teams oder Zoom umsetzen. Hier haben Anbieter zunächst geplante Präsenzveranstaltungen einfach in virtuelle Räume verlegt, um laufende Weiterbildungen so gut wie möglich weiterzuführen.

Bei digitalen Live-Schulungen können sich die Weiterbildungsteilnehmer direkt an den Trainer wenden, um Fragen sofort zu klären, sich fachlich auszutauschen und über die Themeninhalte zu diskutieren.

  1. Asynchrone Trainings

Digitale Weiterbildung funktioniert aber auch über asynchrone Trainings, die in Form von Online-Kursen stattfinden. Bei diesem Lernformat lernen die Weiterbildungsteilnehmer im eigenen Tempo, ohne an die Vortragszeiten des Trainers gebunden zu sein. Sobald die Weiterbildungsunterlagen verfügbar sind, kann der Teilnehmer sie nutzen, wann immer er möchte und so oft er möchte.

Asynchrones Lernen hat den Vorteil, dass die Lernenden die Unterlagen ohne Zeitdruck durcharbeiten und den Stoff bei Bedarf auch wiederholen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, einzelne Lerninhalte zu überspringen. Zu diesem digitalen Weiterbildungsformat gehören Web-Based-Trainings, Online-Lernplattformen und Micro Learning.

Diese Art des Lernens setzt eine hohe Eigenmotivation des Lernenden voraus. Hier müssen Unternehmen auch die Frage klären, ob das Durcharbeiten der Unterlagen innerhalb der Arbeitszeit zu erfolgen hat und welchen Prozentsatz das Lernen gemessen an der geschuldeten Arbeitszeit ausmachen soll. Eine offizielle Lernzeit gibt es bislang nur in wenigen Betrieben.

Kostenvorteile nutzen

Unternehmen können bei der Nutzung von Formaten der digitalen Weiterbildung von Kostenersparnissen profitieren. Durch den Wegfall von Reisen zu Fortbildungen entfallen auch die teuren Reisekosten sowie kostspielige Honorare für Trainer und Ausgaben für Seminarräume. Das trifft sowohl auf digitale Live-Schulungen als auch auf asynchrone Lernformate zu. Bei letzteren ist die Ersparnis höher, weil das Unternehmen die Herstellungskosten nur einmal zahlen muss und den Online-Kurs beliebig viele Mitarbeiter nutzen können. Generell sollten Betriebe darauf achten, sich kostengünstige Lösungen aufzubauen, wenn sie E-Learning als Weiterbildungsformat einführen, um nicht in eine finanzielle Falle zu tappen.

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