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Homeoffice: So sieht die Wirklichkeit in deutschen Unternehmen aus

Im Homeoffice zu arbeiten gehört für die knapp 22.000 Mitarbeiter bei SAP Deutschland zum Arbeitsalltag, wenn sie es möchten. Dieses Softwareunternehmen stellt es seinen Beschäftigten frei, ob sie ihre Arbeitsleistungen im Büro oder von zuhause aus erbringen.

Zahlen zum Homeoffice in Deutschland

Diese Freiheit räumt freilich nur ein Teil der deutschen Unternehmen seinen Mitarbeitern ein. In Deutschland ist das Homeoffice im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch nicht so stark verbreitet. Lediglich 30 Prozent der deutschen Unternehmen bieten Arbeitsplätze im Homeoffice an. Allerdings gehen 43 Prozent der befragten Arbeitgeber davon aus, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer mehr Mitarbeiter ihre Arbeit vom eigenen Schreibtisch aus erledigen werden.

Tatsächlich dürfte es ein großes Wachstumspotential geben. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) könnten die deutschen Unternehmen knapp 30 Prozent der Arbeitnehmer via Heimarbeit beschäftigen. Dies gilt freilich nur für jene Berufe, in denen die Anwesenheit vor Ort nicht zwingend nötig ist.

Wer nutzt das Homeoffice?

Bei den Mitarbeitern findet dieses Modell des ortsunabhängigen Arbeitens teilweise Anklang. Knapp 16 Prozent der Erwerbstätigen nutzen das Homeoffice, um ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Rund 25 Prozent der Arbeitnehmer können die Vorteile der Heimarbeit deshalb nicht auskosten, weil die Unternehmen diese Möglichkeit nicht schaffen.

Im Rahmen einer Bitkom-Studie gaben 35 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, dass sie für mehr Flexibilität und Homeoffice-Angebote ihren Arbeitgeber wechseln würden. Auffallend ist, dass hauptsächlich Dienstleistungsbetriebe und Großunternehmen die Rahmenbedingungen für Heimarbeit schaffen. In der Bankbranche, im Versicherungssektor und im öffentlichen Dienst findet dieses Modell hingegen wenig Anklang. In puncto Ausbildungsstand fällt auf, dass das Homeoffice vor allem Mitarbeitern mit einem höheren beruflichen Qualifikationsniveau zur Verfügung steht.

Warum manche Unternehmen das Homeoffice ablehnen

Einige Unternehmen entscheiden sich bewusst gegen das Homeoffice und führen für diese Ablehnung verschiedene Gründe an. Welche Bedeutung diesen Ablehnungsgründen zukommt, zeigen diese Zahlen einer Bitkom-Studie:

  • Gleiche Behandlung für alle (63 Prozent): Alle Mitarbeiter sollen gleichbehandelt werden. Da sich nicht jeder Tätigkeitsbereich für das Homeoffice eignet, fürchten 63 Prozent der befragten Unternehmen eine Benachteiligung jener Beschäftigten, für die dieses Modell nicht möglich ist.
  • Sinkende Produktivität (46 Prozent): Beim Homeoffice kann zudem die Produktivität leiden und die Arbeitsmotivation sinken, weil sich die Mitarbeiter nicht direkt mit ihren Kollegen austauschen können. Diese Befürchtung hält ebenfalls Unternehmen davon ab, Heimarbeitsplätze anzubieten.
  • Gesetzliche Vorschriften und Datensicherheit (39 & 16 Prozent): Auch gesetzliche Vorschriften wie jene zur Mindestruhezeit und zum Acht-Stunden-Tag stehen mancherorts der Einführung von Homeoffice-Angeboten entgegen. Neben Arbeitszeitvorschriften und Gesundheitsschutz sehen Arbeitgeber auch die Datensicherheit als Hindernis.
  • Eingeschränkte Erreichbarkeit (31 Prozent): Manche Unternehmen gehen davon aus, dass die Beschäftigten an Heimarbeitsplätzen nicht jederzeit erreichbar sind.
  • Mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen (20 Prozent): Die Arbeitgeber fürchten, dass sich Mitarbeiter, die das Homeoffice nutzen, nicht mit dem Unternehmen identifizieren.

Das Angebot von Homeoffice bewährt sich nicht in jedem deutschen Unternehmen, hat aber Wachstumspotential. Angesichts der Veränderungen in Hinblick auf Arbeit 4.0 wird es sicherlich zunehmend an Bedeutung gewinnen.

2018-03-18T10:43:12+00:00 18. März 2018|Weiterbildung|0 Kommentare

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