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Umfrage zu den HR-Trends 2019 in deutschen KMU: Digitalisierung ist wichtig

Fachkräfte sind in vielen Branchen Mangelware. Deshalb kommt der Mitarbeitersuche, dem Einstellungsprozess und dem Talentmanagement eine entscheidende Rolle zu, die einen gewissen Zeitaufwand voraussetzt. Diese Zeit können Personalabteilungen bei anderen HR-Aufgaben einsparen, indem sie Software einsetzen und Routinetätigkeiten digitalisieren. Damit tragen sie dazu bei, dass Mitarbeiter produktiver arbeiten und zufriedener sind. Außerdem fordern Veränderungen bei den Arbeitsmodellen, Geschäftsprozessen und Kommunikationsinstrumenten dazu auf, die Digitalisierung in HR-Abteilungen voranzutreiben.

Ergebnisse der Capterra Nutzerstudie im Überblick

Diese Ansätze ergeben sich aus einer Studie des Webdienstes Capterra, der die HR-Trends 2019 in deutschen KMU analysiert hat. An dieser Umfrage haben 250 Personalmitarbeiter teilgenommen. Für den Großteil der befragten Personalabteilungen ist es ein schwieriges Unterfangen, gute Mitarbeiter zu finden.

Rund 30 Prozent der Studienteilnehmer verwenden keine Softwareprogramme für die Personalverwaltung. Sie erledigen diese Aufgaben mit Excel, E-Mails oder von Hand. 40 Prozent der befragten HR-Abteilungen von deutschen KMU arbeiten mit einer Personalmanagement-Software. Knapp 20 Prozent greifen auf unternehmenseigene Lösungen zurück. 11 Prozent der genutzten Softwarelösungen stammt aus der Cloud.

Der Großteil der Unternehmen, die keine HR-Software nutzen, scheut sich vor den Kosten für die Implementierung. 50 Prozent der Software-Anwender haben Interesse an einer anderen Lösung.

Mehr als 60 Prozent der Unternehmen bevorzugen eine deutsche Software. Aufgrund der arbeitsrechtlichen Besonderheiten ist die Wahl eines heimischen Softwareanbieters oftmals sicherer.

Bevorzugte Einsatzgebiete von HR-Software

Jene HR-Mitarbeiter, die mit Software arbeiten, verwenden diese Lösungen vorrangig für die folgenden Aufgaben:

  • Personalverwaltung sowie Lohn- und Gehaltsabrechnung: 24 Prozent
  • Verwaltung von Urlaubs- und Fehltagen: 10 Prozent
  • Planung des Personaleinsatzes: 9 Prozent

Der Einsatz einer HR-Software aus der Cloud ist wenig verbreitet. Damit lassen sich viele deutsche KMU die Vorteile eines Self-Service-Portals entgehen. Bei dieser Variante können sich Jobinteressenten online einloggen, ihre Daten eingeben und die Bewerbungsdokumente selbst einreichen. Die HR-Mitarbeiter greifen auch außerhalb des Büros auf das unternehmenseigene Intranet zu. Sie können die Mitarbeiterdaten jederzeit ändern und Feedback geben.

Digitalisierte Personalsuche

Für Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, bei der Personalsuche digitale Lösungen zu nutzen, um talentierte Mitarbeiter zu finden. Junge Talente sind verstärkt im Internet präsent. Mit einem attraktiven Gehalt alleine lassen sie sich nicht für das Unternehmen gewinnen. Deshalb sind in HR-Abteilungen Punkte wie Talentmanagement, Personalmarketing, Remote-Work, Home-Office und flexible Arbeitszeitmodelle relevant. Cloud-Software unterstützt das ortsunabhängige Arbeiten und die Zusammenarbeit im Team, wenn die Teammitglieder an unterschiedlichen Orten tätig sind. Digitale Lösungen sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass flexible Arbeitsmodelle funktionieren.

Software-Nutzung: Unterschiede nach Größe und Branche

Der Nutzungsgrad von HR-Software hängt mit der Größe und Branche der Unternehmen zusammen. Die Studienzahlen verraten, dass 90 Prozent der größeren Betriebe mit 101 bis 250 Mitarbeitern Softwareprogramme verwenden. Bei Kleinunternehmen mit einem bis fünf Mitarbeitern fällt dieser Anteil auf 60 Prozent. Im Branchenvergleich sind der Immobiliensektor, Handelsunternehmen sowie der Transport- und Logistiksektor bei der Nutzung von HR-Software führend.

Beweggründe von Software-Anwendern und Nicht-Nutzern

Die Gründe, warum manche Unternehmen keine HR-Software verwenden, reichen von den Kosten über das Fehlen einer Notwendigkeit bis zur schwierigen Eingliederung in die Geschäftsprozesse. 44 Prozent der Software-Nutzer gaben an, mit ihrem derzeitigen Programm unzufrieden zu sein. Der Großteil der Personalverantwortlichen würde zwischen 11 Euro und 50 Euro monatlich (pro Anwender) in HR-Software investieren. Das Interesse an Software-Lösungen deckt insbesondere die Bereiche Personalverwaltung, Lohnabrechnung, digitale Personalakte, Personaleinsatzplanung, Talentmanagement, Rekrutierung und Bewerberverwaltung ab.

2019-04-15T18:10:26+02:00 17. April 2019|Personalmanagement, Recruiting|0 Kommentare

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