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Fachkräftemangel: Besondere Anreize bei der Rekrutierung von Fachpersonal

Viele Unternehmen kämpfen mit dem Fachkräftemangel, aber nur knapp über 40 Prozent davon setzen auf eine strategische Personalplanung. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA), der Jobseite Indeed und der Fachzeitschrift Personalwirtschaft. Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Maßnahmen deutsche Unternehmen ergreifen, um besonders gefragtes Personal für sich zu gewinnen und an den Betrieb zu binden. Dafür wurden 420 Unternehmen befragt.

Besondere Anreize für stark gesuchte Fachkräfte

Für stark nachgefragte Fachkräfte, die sogenannten Engpasstalente, halten viele Unternehmen besondere Anreize bereit. Diese speziellen Angebote stehen meist nicht allen Mitarbeitern offen.

  1. Nichtmonetäre Anreize: Nichtmonetäre Anreize nehmen den Spitzenplatz ein. Diese nicht geldwerten Benefits kommen in 58 Prozent der befragten Unternehmen den Engpasstalenten zugute. Nur elf Prozent der Betriebe bieten diese nichtmonetären Anreize standardmäßig an.
  2. Work-Life-Balance: Dicht hinter den nichtmonetären Anreizen folgen Maßnahmen der Work-Life-Balance. 56 Prozent der Unternehmen setzen diese Benefits ein, um den Engpasstalenten die Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit zu erleichtern. In 21 Prozent der befragten Betriebe freuen sich alle Mitarbeiter über Work-Life-Balance-Maßnahmen.
  3. Monetäre Anreize: 53 Prozent der teilnehmenden Unternehmen locken stark gesuchte Fachkräfte mit monetären Anreizen wie attraktiven Gehältern und Sondervergütungen. Bei elf Prozent der Arbeitgeber sind finanzielle Benefits allgemeiner Standard.
  4. Umzugshilfe: Was den jobbedingten Wohnortwechsel betrifft, dürfen sich Engpasstalente in knapp der Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) auf eine Unterstützung beim Umzug freuen. Ansonsten ist diese Leistung wenig gebräuchlich. Nur fünf Prozent der befragten Arbeitgeber gaben an, dass sie all ihren Beschäftigten beim Umziehen helfen würden.

Zum Kreis der besonders gesuchten Mitarbeiter gehören diese Gruppen:

  • IT-Fachkräfte (zum Beispiel Entwickler und Programmierer): 29 Prozent
  • Produzierendes Gewerbe (beispielsweise technische Fachkräfte und Handwerker): 13 Prozent
  • Beratungs- und Vertriebspersonal: 10 Prozent
  • Ingenieure: 8 Prozent
  • Metall- und Elektrofacharbeiter: 6 Prozent
  • Gesundheits- und Pflegefachpersonal: 6 Prozent

IT-Fachkräfte sind nicht nur in der IT-Branche, sondern auch in anderen Sektoren sehr gefragt.

Benefits kommunizieren

Auffällig ist, dass nur 26 Prozent der Unternehmen auf diese speziellen Anreize öffentlich hinweisen. Der Grund liegt darin, dass diese Benefits den Engpasstalenten vorbehalten sind und sich daher allgemeine Karrierewebsites nicht als die richtigen Kommunikationskanäle erweisen.

Das erste persönliche Gespräch ist für 41 Prozent der Arbeitgeber eine gute Gelegenheit, um begehrte Fachkräfte über spezielle Leistungen zu informieren. 20 Prozent warten mit dieser Kommunikation auf das Folgegespräch. In 13 Prozent der befragten Unternehmen erfahren Engpasstalente nur auf Anfrage, welche Benefits es für sie gibt.

Ob Unternehmen die Anreize präsentieren, hängt damit zusammen, ob sie vom Fachkräftemangel direkt betroffen sind. Demnach weisen 30 Prozent der Arbeitgeber, die mit einem Engpass an Fachkräften kämpfen, öffentlich auf ihre Benefits hin. Ist dieses Problem gar nicht oder nur im geringen Ausmaß vorhanden, sinkt dieser Prozentsatz auf 11 Prozent.

Benefits wie flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance und Homeoffice werden nur in acht Prozent der Online-Stellenanzeigen bei Indeed erwähnt. Unternehmen, die diese und weitere Anreize offerieren, könnten mit entsprechenden Hinweisen in den Inseraten ihre Beliebtheit als Arbeitgeber steigern.

2019-06-11T21:21:16+02:00 10. Juni 2019|Recruiting|0 Kommentare

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