//Gender Diversity in deutschen Großkonzernen: Frauenanteil und Gehaltsunterschiede

Gender Diversity in deutschen Großkonzernen: Frauenanteil und Gehaltsunterschiede

Die Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Großkonzerne steigt lediglich minimal. Allerdings bleiben weibliche Vorstandsmitglieder den Unternehmen länger erhalten.

Der BCG Gender Diversity Index 2019

Diese Erkenntnisse beruhen auf der Studie „Diversity Champions: BCG Gender Diversity Index 2019“ und damit auf Untersuchungen der 100 größten Unternehmen in Deutschland, die im DAX, MDAX oder SDAX notiert sind. Dabei sind diese Punkte ausschlaggebend:

  • Männer- und Frauenanteil im Vorstand

  • Männer- und Frauenanteil im Aufsichtsrat

  • Vergütung von Männern und Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat

Die Boston Consulting Group (BCG) und die Technische Universität München (TUM) haben diese Analyse bereits zum dritten Mal in Folge vorgenommen, sodass sich die Entwicklung untersuchen lässt.

Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten

Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten ist in den letzten Jahren nur leicht gestiegen. Im Jahr 2018 waren sieben Prozent der Vorstandspositionen in Frauenhand, im Jahr 2019 waren es neun Prozent. Dies entspricht einer Steigerung um zwei Prozentpunkte. In den Aufsichtsräten sind mehr Frauen vertreten, wobei der Anteil nur minimal gestiegen ist:

  • 2017: 29 Prozent

  • 2018: 31 Prozent

  • 2019: 32 Prozent

Setzt sich dieser Entwicklungstrend fort, würden erst im Jahr 2051 gleich viele Frauen und Männer in den Vorständen tätig sein. Gegenwärtig sind in 59 Prozent der untersuchten Unternehmen die Vorstände ausschließlich in Männerhand. Zu den Spitzenreitern beim BCG Gender Diversity Index 2019 gehören:

  • Aareal Bank

  • Chemiekonzern Evonik Industries

  • Deutsche Telekom

  • Henkel

  • SAP

  • Lufthansa

Insgesamt fällt die Geschlechtervielfalt in größeren Unternehmen höher aus. In den 100 größten Unternehmen waren 2019 allerdings nur sechs Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende tätig.

Frauen bleiben länger im Amt

Frauen bleiben länger im Vorstand als ihre männlichen Kollegen. Zwischen 2017 und 2019 haben im Durchschnitt 13 Prozent der männlichen Vorstandsmitglieder das Gremium verlassen. Bei den weiblichen Vorständen waren es hingegen nur sieben Prozent.

Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern in den Vorständen fällt im Jahr 2019 wieder größer aus. Demnach ist er von 21 Prozent (2018) auf 23 Prozent (2019) gestiegen. Im Jahr 2017 lag er bei 30 Prozent. In den Aufsichtsräten hat sich die Geschlechter-Einkommenslücke bei 17 Prozent eingependelt (2017: 20 Prozent).

Allerdings bekamen Frauen in geschäftsnahen Positionen in Produktion und Vertrieb um acht Prozent höhere Gehälter als Männer. In den Bereichen Personal und Compliance verdienten weibliche Vorstandsmitglieder sechs Prozent mehr als die männlichen Kollegen.

Der BCG Gender Diversity Index zeigt, dass Unternehmen, die auf Chancengleichheit in Spitzenpositionen setzen, weiblichen Führungsnachwuchs langfristig binden können. Mehr als 80 Prozent der Frauen bevorzugen es, im eigenen Unternehmen die Karriereleiter zu erklimmen, wenn sich die oberste Führungsetage durch Vielfalt auszeichnet.

2020-03-11T02:55:52+02:00 17. März 2020|Personalmanagement|0 Kommentare

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