Unternehmen, die Blaulicht-Recruiting praktizieren, konzentrieren sich darauf, nur die wichtigsten offenen Stellen zu besetzen. Hier müssen die Recruiter kurzfristig handeln, um dem Wunsch der Fachbereichsleitung nachzukommen, eine dringende Vakanz auszufüllen. Die Zeit für langfristiges Denken fehlt. Es geht darum, möglichst rasch Personal zu beschaffen. Daraus resultiert der Begriff Blaulicht-Recruiting oder Feuerwehr-Recruiting.

Was ist Blaulicht-Recruiting?

Beim Blaulicht-Recruiting agieren HR-Mitarbeiter ähnlich wie die Feuerwehr, um so schnell wie möglich einen Brand zu löschen. Der Brand ist in diesem Fall ein Personal-Notfall im Unternehmen. Für den Recruiter selbst bedeutet dies großen Zeitdruck. Bedingt durch die Notfall-Situation können sich im Blaulicht-Recruiting einige dieser Mängel auftun:

  • reale Situation am Arbeitsmarkt bleibt unberücksichtigt
  • tatsächliche Möglichkeiten der Personalgewinnung werden nicht ausgeschöpft
  • fehlende Kenntnisse über Vorstellungen, Ziele und Qualifikationen der Bewerber
  • falsche Erwartungen an die Bewerber
  • kein ausgereiftes Stellenprofil
  • unrealistisches Zeitlimit
  • passive Talente bleiben unberücksichtigt

Dem Recruiter selbst kann die Zeit fehlen, sich erforderliche Fähigkeiten anzueignen und verschiedene Recruiting-Methoden zu nutzen.

Arbeitgeberauftritt: Glaubwürdigkeit leidet

Blaulicht-Recruiting kann auch die Glaubwürdigkeit des Arbeitgebers beeinträchtigen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige ein Bild zeichnet, das nicht der Praxis entspricht. Einblicke in die Arbeitgebermarke geben beispielsweise Bewertungen von Bewerbern und Mitarbeitern auf dem Portal Kununu. Ein schlechter Bewertungsdurchschnitt kann interessierte Kandidaten verunsichern und von einer Bewerbung abhalten.

Fünf Tipps für langfristiges Recruiting

Beim Blaulicht-Recruiting stehen kurzfristige Handlungen und nicht der so wichtige Prozess der Personalbeschaffung im Mittelpunkt. Das eigentliche Ziel sollte darin bestehen, dass der Recruiter dem Fachbereich eine gute Auswahl an geeigneten Bewerbern vorlegt und dabei unterstützt, die offene Stelle mit dem Kandidaten zu besetzen, der die beste Eignung besitzt. Für Vorauswahl und Beratung braucht der Recruiter genügend Zeit, um mit den Stellenanzeigen passende Bewerber zu erreichen. Diese fünf Tipps zeigen, wie Recruiter statt kurzfristigem Blaulicht-Recruiting langfristige Ziele verfolgen können.

Tipp 1: Mit dem Fachbereichsleiter über die Anforderungen sprechen

Ein wichtiger Punkt besteht darin, mit dem zuständigen Fachbereichsleiter über die Anforderungen an den Mitarbeiter zu sprechen und ein aussagekräftiges Stelleninserat zu schreiben.

Tipp 2: Mit anderen HR-Experten austauschen

Außerdem ist es hilfreich, sich mit anderen HR-Experten über die Methoden der Personalgewinnung auszutauschen. Hier geht es darum, auch moderne Tools und neue Prozesse auszuprobieren.

Tipp 3: Stellenprofile anlegen

Aus Sicht des Recruiters ist es sinnvoll, für bestimmte Jobs im Unternehmen Stellenprofile anzulegen. Diese Stellenprofile bieten eine gute Grundlage, wenn später neuerlich eine Position in diesem Bereich besetzt werden muss.

Tipp 4: Kontakte zu potenziellen Bewerbern pflegen

Bis dahin sollte sich der Recruiter darauf konzentrieren, die Kontakte zu potenziellen Bewerbern zu pflegen, die für die nächsten freien Stellen in Betracht kommen könnten. Das setzt voraus, dass die entsprechenden Kandidaten zuvor in einer Bewerber-Datenbank aufgenommen wurden. Solche Aufgaben kommen beim Blaulicht-Recruiting zu kurz, sodass für die Zukunft der Personalbeschaffung wichtige Kontakte verloren gehen.

Tipp 5: Kommunikative Fähigkeiten schulen

Recruiter brauchen die nötigen Kapazitäten, um diese Aufgaben wahrzunehmen und ihre Schlüsselrolle in der Gewinnung neuer Mitarbeiter gut auszufüllen. In einer Zeit des Fachkräftemangels ist es wichtig, jeden vielversprechenden Kontakt zu nutzen und kein Talent zu übersehen. Das setzt gute kommunikative Fähigkeiten im Umgang mit den Bewerbern und Ansprechpartnern der Fachbereiche voraus. Im Recruiting geht es darum, langfristig zu denken und nicht nur kurzfristig zu handeln.

Whitepaper zum Thema