Die Corona-Krise wirkt sich negativ auf Stellenangebote für Studenten und Praktikanten aus. Das zeigt eine Studie von Indeed Hiring Lab, für die Stellenausschreibungen auf der Plattform Indeed im Zeitraum Februar bis September berücksichtigt wurden.

Starker Rückgang bei Studentenjobs und Praktika

Im Vergleich zum Vorjahr sind Stellenanzeigen für Studentenjobs mit Stichtag 30. September 2020 um 49 Prozent gesunken. Anfang September lag dieser Rückgang sogar bei 51 Prozent. Auch das Angebot an Praktikumsplätzen ist mit einem Minus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Damit schneidet der Markt für Studenten und Praktikanten schlechter ab als der Gesamtarbeitsmarkt. Für den gesamten Arbeitsmarkt zeigt die Indeed Hiring Lab-Studie zum Stichtag 30. September 2020 einen Rückgang der Stellenausschreibungen von 21 Prozent. Diese Unterschiede resultieren daraus, dass Unternehmen in Krisenzeiten zunächst jene Stellen kürzen, die nicht die Stammmitarbeiter betreffen, um Kündigungen von wichtigen Leistungsträgern zu vermeiden.

Unterschiede nach Großstädten

Die Entwicklung von Stellenangeboten für Studenten stellt sich in den einzelnen Großstädten unterschiedlich dar. Der Indeed-Studie liegen die Stellenausschreibungen in den 14 bevölkerungsreichsten deutschen Städten zugrunde. Besonders stark gesunken ist das Angebot an Studentenjobs in Frankfurt am Main, Hamburg und Bremen. Deutlich geringer fällt der Rückgang in Nürnberg und Leipzig aus.

Stadt Rückgang um …
Frankfurt am Main 57 Prozent
Hamburg 56 Prozent
Bremen 53 Prozent
Stuttgart 52 Prozent
Dresden 51 Prozent
München 50 Prozent
Berlin 48 Prozent
Dortmund 46 Prozent
Essen 46 Prozent
Hannover 41 Prozent
Düsseldorf 39 Prozent
Köln 37 Prozent
Leipzig 26 Prozent
Nürnberg 24 Prozent

Mengenmäßig gibt es in Berlin, München und Hamburg die meisten Angebote für Studentenjobs, wobei hier bedeutende Rückgänge zu verzeichnen sind.

Branchenbezogene Auffälligkeiten

Studenten leiden vor allem am Stillstand und der Krisensituation in der Reise- und Veranstaltungsbranche, in der traditionell viele Studentenjobs zu vergeben sind. Demgegenüber besteht aktuell in den Branchen Lebensmitteleinzelhandel, Logistik und Warenversorgung eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Dies hat einige Studenten dazu veranlasst, Jobs in Branchen anzunehmen, für die sie sich sonst eher weniger interessiert hätten. Da eine Vielzahl an Vorlesungen und Lehrveranstaltungen momentan online abgehalten werden, sind Studenten bei der Auswahl eines Jobs zeitlich flexibler. Auch Tätigkeiten, die im Homeoffice stattfinden können, erweisen sich als interessante Option für Studierende.

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