Der Code of Conduct ist ein von dem Unternehmen sich selbst auferlegtes Regelwerk und bildet die Grundlage des Compliance-Management-Systems.

Er hat die grundlegende Funktion alle Mitarbeiter:innen und Führungskräfte auf die geltenden Regelungen im Arbeitsalltag aufmerksam zu machen. Dabei stellt er die Verbindung zwischen dem Leitbild der Organisation und den detaillierten Prozess- oder Verfahrensvorschriften dar, sodass schnell fließende Übergänge entstehen können.

Im Code of Conduct sind alle Gesetze und Regeln zusammengefasst, die für das Unternehmen relevant sind, außerdem werden Orientierungshilfen und Risiken eines möglichen Verstoßes aufgezeigt. Auf diese Weise soll allen Mitarbeiter:innen eine grundlegende Handlungsorientierung nahegebracht und unerwünschtes Verhalten vermieden werden.

Mögliche Inhalte eines Code of Conducts

Die sozialen und kulturellen Rechte der Mitarbeiterschaft sollten einen wesentlichen Bestandteil des Code of Conducts ausmachen. Hierfür muss sich das Unternehmen sowohl auf Präventivmaßnahmen zur Reduzierung von Missständen, Diskriminierung und kritischen Situationen einigen, als auch auf die Aufklärung solcher. Chancengleichheit sowie ein grundlegender respektvoller Umgang sollten ebenfalls betont werden.

Auch die Grundlagen des Arbeitsschutzes und Regeln zur Sicherstellung der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sollten festgehalten werden. Ebenso wichtig sind im Rahmen der Digitalisierung klare Richtlinien für den Umgang mit Daten. Um Kund:innen und Geschäftspartner:innen Sicherheit zu bieten, muss der Datenschutz und die Informationssicherheit klar geregelt sein.

Für viele Unternehmen gehören auch Vorgaben zur Vermeidung von Umweltbelastung zum festgelegten Leitbild. Im Code of Conduct kann deshalb die Nutzung von nachhaltigen Ressourcen oder konkretes Engagement zum Erhalte der Artenvielfalt oder Abschwächung des Klimawandels festgehalten werden.

Auch die Regelung des fairen Wettbewerbs und Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gehört in den Verhaltenskodex. Hierzu kann es konkrete Maßnahmen zur Korruptionsprävention, Aufklärung oder politischer Mitwirkung geben.

Ebenso spielt die Integration der Kundenbedürfnisse in vielen Unternehmen eine tragende Rolle bei der Konzeption der Unternehmensleitlinien. Hierzu gehören konkret neben fairen Werbe- und Vertriebspraktiken auch die Führung des Kundendienstes und Beschwerdemanagements.

Unternehmen haben außerdem einen klaren Einfluss auf das Gemeinwohl. Ziele in Bezug auf Bildung, Kultur, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung von Technologien oder die Qualifizierung der Mitarbeiter:innen tragen dazu erheblich bei.

Den Detaillierungsgrad und die entsprechende Auswahl der Themen entscheiden die meisten Unternehmen auf Basis einer Wesentlichkeitsanalyse. Hierbei spielt vorwiegend die Branche, das Geschäftsmodell und die internationalen Beziehungen des Unternehmens eine Rolle. Die Schwerpunkte des Code of Conducts geben jedoch auch Hinweise auf die soziale Ausrichtung und Philosophie des Unternehmens.

Genau wie entsprechende Gesetzestexte muss auch der Code of Conduct auf aktuelle Datenschutzvorschriften oder Richtlinien zur Nutzung von Social Media angepasst werden.
Nicht unwesentlich sind auch die persönlichen Ansichten der Führungsebene sowie die Interessen und Erwartungen der Stakeholder.

Tipp: Gehen Sie auch mit Ihren Mitarbeiter:innen in den Dialog. Sammeln Sie Feedback zu Ihrem aktuellen Verhaltenskodex und greifen Sie neue Ideen auf. Auf diese Weise wird bereits der Grundstein zur Einhaltung des Code of Conduct gelegt.

Welchen Einfluss hat der Code of Conduct auf ein Unternehmen?

Die starke Orientierung der Inhalte des Code of Conducts an der von der Unternehmenskultur vorgegebenen Richtung fördern eine bestimmte Form der Selbstregulierung und auf diese Weise auch eine positive Unternehmensreputation.

Die festgelegten Verhaltensregeln sind besonders relevant für Situationen, in denen das Risiko eines Fehlverhaltens besteht und dementsprechend schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Besonders ethische Fragestellungen und Konflikte können durch das zurate ziehen des Code of Conducts besser gelöst werden.

Ethisches Dilemma Beispiel:

Das Schenken und Annehmen von Geschenken kann für Mitarbeiter:innen schnell zu einer heiklen Situation werden. In einigen Kulturen gelten kleine Geschenke als Zeichen von Respekt und Dankbarkeit, während größere Geschenke den Versuch einer Bestechung nahelegen könnten. Hierfür kann es, basierend auf den ethischen Richtlinien des Unternehmens, klare Regeln und Konsequenzen im Code of Conduct geben. Viele Mitarbeiter:innen begrüßen diesbezüglich eine klare Compliance-Philosophie, die wenig Raum für Verunsicherungen und Grauzonen übrig lässt.

Der Code of Conduct stellt in diesem Zusammenhang eine freiwillige Bindung an das Regelwerk dar und hilft dabei soziale oder ethische Dilemmata zu überwinden. Dies funktioniert in erster Linie durch die Selbstbindung der Mitarbeiter:innen. Je weiter diese Selbstbindung im Unternehmen verbreitet ist, desto seltener treten interne Koordinationsprobleme auf.

Warum Mitarbeiter:innen mit dem Code of Conduct vertraut sein sollten

Das Verhalten der Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz wird stark geprägt durch die Identifikation mit dem Unternehmen. Das sogenannte Wir-Gefühl ist ein wichtiger Faktor für die Internalisierung von Zielen und deshalb auch ausschlaggebend für den Erfolg.

Mitarbeiter:innen, die sich mit ihrem/ihrer Arbeitgeber:in identifizieren, engagieren sich nachgewiesener Maßen beruflich stärker und wechseln seltener den Job. Auch Ansprüche an den Arbeitsplatz haben sich gewandelt, die Wertschätzung des/der Einzelnen und eine klare Werteausrichtung gewinnen in den neuen Generationen immer mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zu finanzieller Entlohnung und Statusdenken werden Unternehmen häufig nach ihrer ökologischen und menschlichen Ausrichtung bewertet.

Deshalb sollte der Code of Conduct nicht nur eine Zusammenfassung der bereits geltenden Gesetzesverordnungen darstellen, sondern die Unternehmenskultur im Ganzen widerspiegeln. Gut integriert stellt er eins der wichtigsten Instrumente dar, um die gesamte Belegschaft anzusprechen. Unternehmen und Organisationen, deren Mitarbeiterschaft mit dem eigenen Verhaltenskodex vertraut sind, verfügen deshalb über ein besseres Arbeitsklima und versierte Zielstrategien.

Mithilfe des E-Learning-Experten lawpilots können Unternehmen auf Basis ihres Verhaltenskodex eine individuelle Code of Conduct-Schulung entwerfen und sie ihrer Belegschaft zugänglich machen. Die zeit- und ortsunabhängige Online-Schulung hilft ihren Mitarbeiter:innen innerhalb kürzester Zeit sowohl die Compliance-Philosophie als auch die rechtlichen Bestimmungen des Unternehmens zu verinnerlichen.

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