Die Great Resignation hat mittlerweile Deutschland voll erreicht. Dies belegen beispielsweise die Zahlen des aktuellen Gallup Engagement Index, der unter anderem die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern analysiert.

Hohe Wechselbereitschaft

Demnach glauben 23 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nicht mehr an eine Zukunft an ihrem aktuellen Arbeitsplatz. 42 Prozent haben sogar vor, in den nächsten drei Jahren den Arbeitgeber zu wechseln. Dabei spielt der steigende Fachkräftemangel den wechselwilligen Arbeitskräften in die Hände. Er stärkt ihre Position und sorgt dafür, dass sich die Unternehmen anstrengen müssen, wenn sie qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten möchten.

Immer mehr Angestellte sehen sich aktiv nach neuen Jobs um. Im Jahr 2021 waren es 14 Prozent. Gleichzeitig betreiben auch die Headhunter Active Sourcing. 31 Prozent der befragten Studienteilnehmer der Gallup-Studie erhielten im Jahr 2021 Angebote eines Personalberaters. Der Trend zur Wechselbereitschaft dürfte die Arbeitgeber auch im Jahr 2022 beschäftigen. Bei einer groß angelegten, weltweiten Studie gab jeder fünfte befragte Arbeitnehmer an, noch in diesem Jahr kündigen zu wollen.

Herausforderung: talentierte Mitarbeiter halten

Das setzt Arbeitgeber zunehmend unter Druck. Es geht darum, talentierte Mitarbeiter zu halten und nicht aufgrund ihres Wechselwillens an die Konkurrenz zu verlieren. Dabei sollten Arbeitgeber diese Punkte im Auge behalten:

  • Arbeitsumfeld, das das Wohlbefinden fördert
  • flexible Arbeitszeitmodelle, die es ermöglichen, Berufsalltag und Privatleben zu vereinbaren
  • Entscheidungsfreiheit und Vertrauen
  • Chancen, sich weiterzubilden und neue Aufgabenfelder zu entdecken
  • Wertschätzung für die Leistung

Die Great Resignation stärkt die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer, da es nicht nur viele Kündigungen, sondern auch zahlreiche Jobangebote gibt. Solche Angebote sind nicht nur für Jobsuchende, sondern auch für wechselwillige Arbeitnehmer verlockend. Letztere haben gute Chancen, bei ihren aktuellen Arbeitgebern höhere Löhne, bessere Sozialleistungen und attraktivere Arbeitsbedingungen herauszuholen, wenn Sie dem Unternehmen erhalten bleiben.

Es ist daher nicht nur wichtig, einen wertschätzenden Umgang zu pflegen, sondern auch ein faires Entgelt zu bieten. Die Lohn- und Gehaltsstruktur sollte für die Mitarbeiter nachvollziehbar sein. Dies wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterbindung aus.

Mögliche negative Faktoren beachten

Darüber hinaus ist es ratsam, mögliche negative Faktoren, die zu Unzufriedenheit führen könnten, zu beachten und rechtzeitig gegenzusteuern:

  • Missfallen an den Aufgaben
  • Streitigkeiten mit Kollegen
  • Ungereimtheiten mit Vorgesetzten
  • Entgelt wurde längere Zeit nicht erhöht
  • Urlaub wurde nicht wunschgemäß bewilligt
  • Beförderung wurde auf später verschoben

Diese Punkte können die Stimmungslage verschlechtern und die Mitarbeitermotivation verringern. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig das Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen.

Chance für attraktive Arbeitgeber

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein gutes Arbeitsumfeld bieten, ist die Great Resignation eine Chance. Sie können qualifizierte Fachkräfte gewinnen, die einem Arbeitgeberwechsel offen gegenüberstehen. In einigen Berufsgruppen, die von überall aus arbeiten können, haben Arbeitgeber sogar die Möglichkeit, international nach Fachexperten zu suchen und diese anzustellen, ohne dass die neuen Mitarbeiter ihre Heimat verlassen müssen. Sie können insbesondere mit diesen Maßnahmen punkten:

  • Empathie zeigen
  • hybrides Arbeiten ermöglichen
  • positive Arbeitnehmer-Erfahrungen fördern durch modernes Arbeitsumfeld, wertschätzenden Umgang und kompetente Ansprechpartner
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit durch freie Wahl von Arbeitszeit und -ort (Remote-Work)
  • digitale Lösungen einführen, um Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern
  • individuelle Interessen berücksichtigen

HR-Abteilung und Vorgesetzte haben einen großen Einfluss und können das Personal mit diesen und anderen Maßnahmen gewinnen und im Unternehmen halten.

Whitepaper zum Thema