Mit jeder Generation ändert sich die Berufswelt. Junge Menschen, die heute in das Berufsleben eintreten, sind mit ganz anderen Bedingungen und Möglichkeiten konfrontiert als Menschen, die mittlerweile zur Gruppe der Senioren gehören. Was vor einem Jahrhundert noch in Handarbeit geschah, unterliegt heute modernsten Technologien. Das sorgt für Chancen, birgt aber auch Risiken. Was muss in diesem Zusammenhang als Berufseinsteiger beachtet werden?

Die besten Startbedingungen

Obwohl der technische Fortschritt die Lebensumstände in den letzten Jahrzehnten deutlich vereinfacht hat, sorgen diese Veränderungen nicht automatisch für mehr Zufriedenheit. Wer jetzt in das Berufsleben einsteigt, sieht sich immer noch mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert. Die erste eigene Wohnung muss gefunden und eingerichtet werden. Es braucht ein Auto und ausreichend Geld, um die monatlichen Verbindlichkeiten zu bezahlen.

Viele junge Menschen müssen dafür einen Kredit aufnehmen, deshalb sind Jobs mit sehr guter Bezahlung begehrt. Kredite funktionieren aber nur, wenn das Einkommen alle laufenden Ausgaben plus die Zinsen des Kredits abdeckt. Deshalb sollte immer nach Vergleichsangeboten Ausschau gehalten werden, denn diese unterscheiden sich oftmals in ihren Konditionen. Der effektive Jahreszins spiegelt die Gesamtkosten des Kredits wider und bildet damit die Grundlage für die gewählte Laufzeit. Diese lässt sich oftmals durch maßgeschneiderte Angebote auf die individuellen Bedürfnisse zuschneiden, da sich die Umstände durch Nachwuchs oder einen Hauskauf ändern können.

Die Ansprüche ändern sich

Der gravierendste Unterschied zu vorangegangenen Generationen liegt selbstverständlich in der Digitalisierung und der damit verbundenen ständigen Erreichbarkeit von Informationen. Noch nie war es so einfach, Menschen jederzeit und überall zu erreichen und auf alle Informationen zuzugreifen, die für das private und berufliche Umfeld von Interesse sind.

Heute entsteht eine neue Welt von Arbeitsplätzen, denn eine digitale Lenkung der Prozesse macht es möglich, auf starre Arbeitsort zu verzichten. Büroarbeiten, Meetings oder Unterricht lassen sich erledigen, ohne vor Ort zu sein. Gearbeitet wird am Desktop im Wohnzimmer und nur in der Produktion sind Menschen am Arbeitsplatz wichtig. In den sozialen Berufen ist der direkte Bezug von Mensch zu Mensch zwar noch erforderlich, viele praktische Handgriffe lassen sich aber auch hier von der Technik übernehmen.

Diese Veränderungen bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Die Flexibilität und Mobilität, die digitale Werkzeuge bieten, können zwar die Work-Life-Balance verbessern, sie setzen aber auch neue Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit voraus. Die Verschmelzung von Berufs- und Privatleben führt zu der Notwendigkeit, bewusste Pausen einzuplanen, um Überarbeitung und Burnout vorzubeugen.

Was bedeutet das für den Berufseinsteiger?

Die meisten Menschen tragen in sich den Wunsch, dass sich Arbeit, Familie und Freizeit im Gleichgewicht befinden. Die Arbeit sollte einen Sinn haben und Gutes bewirken, gleichzeitig sind immer weniger Menschen bereit, ihr Leben ausschließlich ihrem Arbeitgeber zu widmen. Der 14-Stunden-Tag der Großeltern ist schon lange überholt, vielmehr geht es darum, reichlich Geld zu verdienen, um damit auch das eigene Leben zu leben.

Neben der Arbeit sollte ein erfülltes Familienleben möglich sein, was gleitende Arbeitszeiten, Homeoffice und Vergünstigungen im Krankheitsfall erfordert. Wer als Arbeitgeber diesem Trend nicht folgt, wird Probleme haben, seine freien Stellen zu besetzen. Trotz Arbeitslosigkeit werden sich Fachkräfte immer weniger anwerben lassen, wenn das Gesamtpaket nicht stimmt. Niemand wird einen Job annehmen, der ein Nebeneinkommen notwendig macht, um die monatlichen Verbindlichkeiten zu decken. Und da sich das Verständnis gewandelt hat, was Leben für einen Menschen bedeutet, werden junge Menschen immer weniger Berufsbilder wählen, in denen sie sich zeitlich gebunden fühlen.

Was ist Arbeit?

Arbeit ist der Definition nach der Selbstausdruck eines jeden Menschen. Damit ist jedoch keine Lohnarbeit gemeint. Im Gegenteil, nur wenn ein Job sich mit den eigenen Talenten und Interessen deckt und obendrein mit einem lukrativen Einkommen und Aufstiegschancen gekoppelt ist, werden sich auch Interessenten finden.

Dieses Phänomen entsteht durch die Möglichkeiten, die das Internet mit sich bringt. Wer sich aus den Mustern der Lohnarbeit befreien und selbst festlegen möchte, wann er wo und wie lange arbeitet, findet mit dem Internet zahlreiche Möglichkeiten für den Ausstieg. Reiseberichte, Bloggen und damit verbundene Werbeeinnahmen, Verkaufen über YouTube und Facebook oder das Einrichten eines Onlineshops, um eigene Kreationen herzustellen und zu verkaufen – in den letzten Jahrzehnten sind viele traditionelle Berufe weggebrochen und haben flexiblen Möglichkeiten Platz gemacht, um Geld zu verdienen.

Ganzheitlich leben

Die Menschen sind „wählerischer“ geworden, wenn es darum geht, den passenden Job zu finden. Es soll nicht länger nur um das Überleben gehen. Reisen in ferne Länder, freie Tage für das innere Auftanken, Zeit für die Familie und Möglichkeiten für körperliche Fitness müssen sich zukünftig immer besser in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Schon längst sind ein Sportraum für die Angestellten und ein kostenloser Obstkorb in der Firma nichts mehr, was einem Jobangebot den Zuschlag bringt. Menschen wollen Menschen sein. Nicht nur am Wochenende, sondern an jedem Tag.

Das Gefühl, die eigene Arbeitskraft das ganze Leben anderen Menschen zur Verfügung zustellen und beim Renteneintritt verbraucht zu sein, ist für die meisten Menschen nicht mehr akzeptabel. Wer seine Träume auf diesen Lebensabschnitt schiebt, wird unter Umständen enttäuscht. Das Angesparte wird durch die wirtschaftlichen Verhältnisse aufgefressen, die Gesundheit hat gelitten und von den Plänen lässt sich kaum noch etwas umsetzen. Kein Wunder, dass die aufwachsende Generation nichts davon hält, es den Alten nachzumachen.

Nur rosige Seiten?

Da alles zwei Seiten hat, wirkt sich die Digitalisierung nicht nur positiv aus. Berufseinsteiger, die ihren Arbeitstag in den eigenen vier Wänden verbringen, haben natürlich viele Vorteile. Sie müssen sich nicht mit dem Berufsverkehr auseinandersetzen, was in Zeiten regelmäßiger und immer intensiver werdender Streiks von Vorteil ist. Auf den ersten Blick erscheint es auch erstrebenswert, auf Arbeitskleidung verzichten zu können und zeitlich sein eigener Chef zu sein.

Sind jedoch auch andere Familienmitglieder anwesend, müssen abgeschirmte Arbeitsbereiche geschaffen werden. Für Familien mit Kindern ist es nicht leicht, Absprachen zu treffen und umzusetzen, dass während der Arbeitszeiten keine Störungen auftreten dürfen, weil beispielsweise Kundengespräche geführt werden müssen. Jemand muss dafür sorgen, dass die Kinder nicht hereinplatzen, sodass dem Partner der Job des Babysitters zufällt.

Fazit

Homeoffice-Jobs erfordern daher viel Disziplin. Hinzu kommt, dass jeglicher Kontakt nur digital erfolgt. Der Mensch, der hinter dem Bildschirm sitzt, wird nur anteilig wahrgenommen. Im Vordergrund steht die Nutzung von Programmen. Wie sich diese Tatsache dauerhaft auf den Menschen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Auch der stundenlange Umgang mit technischen Geräten, bei dem der Körper nur geistig und daher einseitig genutzt wird, dürfte den Menschen verändern. Hier kommt es auf den gesunden Menschenverstand an, um Defizite auszugleichen und sich verstärkt um die eigene Gesundheit zu kümmern.

Der jungen Generation stehen heute beruflich gesehen viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, mit den veränderten Bedingungen verantwortungsvoll umzugehen und sich in der digitalen Welt nicht zu verlieren. Die Möglichkeiten der globalen Vernetzung sollten zu mehr Gemeinschaft und selbstbestimmtem Handeln führen, damit sämtliche Veränderungen dem Menschen dienen.