In der heutigen Arbeitswelt kämpfen viele Unternehmen mit den Folgen eines Fachkräftemangels. Kleine und mittelständische Betriebe sehen sich dazu veranlasst, sich im Wettkampf um qualifizierte Arbeitskräfte mit zahlungskräftigen Großunternehmen zu messen. Trotz ihres vergleichsweise geringen Budgets haben sie dennoch die Möglichkeit, sich gegenüber potentiellen Mitarbeitern als attraktive Arbeitgeber zu positionieren.

Vorzüge kleinerer Unternehmen

Im Vergleich zu Großunternehmen punkten sie durch weniger starre Hierarchien und unkomplizierte Entscheidungsstrukturen. Dadurch haben Mitarbeiter verstärkt die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und Unternehmensabläufe zu beeinflussen. Durch die größeren Gestaltungsmöglichkeiten und die geringere Anzahl an Mitarbeitern steigt das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen. Die Attraktivität eines Unternehmens als potentieller Arbeitgeber ist zudem umso höher, je größer die Übereinstimmung zwischen den Ansprüchen der Stellenbewerber und den tatsächlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens ist. Um sich attraktiv zu präsentieren, können kleine Unternehmen die folgenden Maßnahmen ergreifen.

1. Zustandsanalyse des Unternehmens

Am Beginn steht die Zustandsanalyse des Unternehmens. Es geht darum, die Besonderheiten und Faktoren des eigenen Betriebes herauszufiltern, die ihn attraktiv machen. Als Anknüpfungspunkte gelten sowohl der Umgang mit den Mitarbeitern in beruflichen und persönlichen Belangen als auch die unternehmensinterne Kommunikationskultur zwischen Unternehmensführung und Belegschaft. Im Rahmen der Bestandsanalyse sollte sich das Unternehmen mit folgenden Punkten auseinandersetzen:

  • strategische Positionierung und Unternehmensziele
  • Zeitpunkt und benötigte Qualifikation des Personalbedarfs
  • Modalitäten der Stellenausschreibung, Rekrutierungskanäle und Auswahlverfahren
  • Umgang mit Bewerbern
  • Unterstützungsleistungen für Mitarbeiter wie Sozialleistungen
  • Arbeitsbedingungen und Arbeitsklima
  • momentane Tätigkeitsfelder in Kombination mit Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
  • Mitspracherechte
  • flexible Arbeitszeitmodelle und Work-Life-Balance
  • Vermarktung des Unternehmens nach außen

Neben dem Unternehmen selbst sind die Ansprüche und Wünsche der gegenwärtigen Mitarbeiter ebenso relevant wie jene der künftigen Arbeitnehmer.

2. Auswahl der Instrumente

Essenzielle Fragen lassen sich auf direktem Weg in offenen Interviews mit den Mitarbeitern klären. In diesem Zusammenhang ist sowohl die Meinung der langjährigen Stammbelegschaft als auch jene von neu eingestellten Mitarbeitern gefragt, um ein möglichst umfassendes Gesamtbild aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu gewinnen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, professionelle Unternehmen mit der Durchführung von Mitarbeiterbefragungen zu beauftragen. Diese Variante ermöglicht durch die Beiziehung eines objektiven und unvoreingenommenen Betrachters eine kritische Bestandsaufnahme. Als weitere Option bietet sich die Vergabe von Praktika oder wissenschaftlichen Arbeiten an, welche sich mit themenrelevanten Abläufen innerhalb des Unternehmens befassen.

3. Reflexion der Analyseergebnisse

Nach der Bestandsanalyse ist eine kritische Betrachtung der Analyseergebnisse gefragt. Die erfolgreiche Positionierung als reizvoller Arbeitgeber setzt die Bereitschaft des Unternehmens voraus, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und das Verbesserungspotential nicht nur zu erkennen, sondern auch in praktischen Maßnahmen umzusetzen. Zunächst sind kleinere Anpassungen vorzunehmen, bevor die Entscheidungsträger tiefgreifende Veränderungen in Angriff nehmen. Realistische Zielsetzungen und ein ausgearbeiteter Fahrplan helfen dabei, die Adaptionen zielgerichtet und in einem geeigneten Zeitrahmen vorzunehmen.

4. Employer Branding – Öffentlichkeitswirksame Präsentation in der Außenwelt

In weiterer Folge sind die Unternehmensakteure dazu aufgerufen, die im Unternehmensinneren gebotenen Rahmenbedingungen und das aufgebaute Arbeitgeberimage nach außen zu transportieren. Employer Branding lässt sich nicht punktuell mit einer einzigen Maßnahme umsetzen. Vielmehr ist auf eine konsistente Kombination unterschiedlicher Kommunikationskanäle zu setzen, welche das Unternehmen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich verwendet.

Eine tragende Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter, welche durch eine positive Mundpropaganda das Unternehmen gegenüber Außenstehenden als attraktiven Arbeitgeber darstellen können. Führungskräften stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, um das Unternehmen öffentlichkeitswirksam darzustellen:

  • Sponsoring von regionalen Veranstaltungen
  • Spendenaktionen
  • Werbeschaltungen in Zeitungen
  • Beiträge in Fachjournalen
  • Jobbörsen
  • ansprechender Webauftritt und aktuelle Homepage
  • Blogbeiträge
  • Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten
  • Beteiligung an Forschungsprojekten

Bei Verwendung unterschiedlicher Kommunikationswege ist auf eine einheitliche Darstellung zu achten. Darüber hinaus sollte das Unternehmen die einzelnen Präsentationsmittel mit Bedacht auswählen, um eine Übersättigung zu verhindern.

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